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WHOLETRAIN:: The Movie

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Wholetrain – Ein Film der Farben von Kultur, Leben und Leidenschaft Regie: Florian Gagg DVD-Release: 05.12.07

Ein Element des HipHop wurde schon immer hinten angestellt. Die die davon infiziert sind, treiben in ihrer Passion zwischen legal und illegal schnell hin und her. „Wholetrain“ beleuchtet die Welt derer, die Graffiti leben. Dieser Film ist näher an der Realität wie die falsche Ghettoromantik und Hustler-Verherrlichungen vom N.W.A oder Aggro Berlin.

Die vier Protagonisten, die alle die gleiche Leidenschaft, dem Malen und „Bomben“(Züge besprühen), frönen – laufen den ganzen Film über auf dem schmalen Grad zwischen Euphorie für ihre Kunst und dem Adrenalin geschnappt zu werden. Wie verrückt diese Sprüher-Gang zwischen ihrem unausweichlich weltlichen Leben, dem jugendlichen Partylife und ihren wahnwitzigen Battle-Aktionen leben macht das Herzstück von Wholetrain aus. Dieser Film will gar nicht sozialkritisch sein. Er will auch nicht die wunderbare Welt des Multikuli beweisen oder beweihräuchern.

Dieser Film will zeigen was es wirklich damit auf sich hat, diese Kultur zu leben. Diese vier Jungs sind im Alltag nicht das was man erfolgreich nennt. Sie haben die selben Probleme wie jeder andere Jugendliche auch und diese spielen auch eine maßgebliche Rolle. Kiffen, Polizei, Liebeskummer, Sex, Freundschaft, Stolz, Eltern, Tristesse, Arbeitslosigkeit und Resignation. Aber eines treibt die vier Helden des Films immer wieder an und das ist “ihr Ding”. Das heisst Graffiti. Hochbegabt und ständig im Wettbewerb mit der konkurierenden ATL Crew. In „Wholetrain“ bekommt man einen schönen Einblick in die Regeln, Hierachie, Codes und Sprache der „Writer“. Dass sich das Leben nicht nur um ihre Element und HipHop im Allgemeinen dreht, zeigen die Impressionen der Einzelschicksale von Elayas, Tino, Achim und David. Das bringt dann eben auch wieder die Spannung und die Geschwindigkeit in den Film.

Competition – don’t bite be original. Im Graffiti gibt diesen Oldschool-Leitspruch noch.

Hier wird gezeigt, dass HipHop schon lange nicht mehr die Musik der Unterschicht bzw. Ghettokids ist. Der künstlerische und aufbegehrende Ausdruck, eine scheinbar verloren gegangene progressive Attitüde. Aufwertet wird der Film natürlich durch den brachialen, extra für die Thematik aufbereiteten und produzierten Soundtrack mit Legenden am Mic.

Krs One, Freddie Foxx, Afu-Ra oder Akrobatik. Die Artworks wurden auch exklusiv von Graffiti-Grössen wie Cemnoz, Pure, Neon und Ciel gemacht.

Diesem Film fehlt es an nichts. Kompromisse werden nicht eingegangen. Drehbuchautor & Regiseur Florian Gaag zeigt was der Windycity-MC Common in „Love of my life“ besungen hat – eine tiefe Verwurzelung der Vier im HipHop als Kunstform und Alternative. Ein Jugenddrama das dafür wirbt, dass es sich eben oft nicht nur um Schmierereien, sondern um wahre (Straßen)-Kunst handelt. Die Hommage an Graffiti ist gelungen – mit all seinem direkten Eindrücken und aggressiven Tönen. Bow down.

Peter Hagen (Jazzriots)

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