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LA BRASS BANDA

LA BRASS BANDA

Text: Peter Hagen Man sollte überhaupt nicht anfangen nach den Beweggründen zu fragen. Man sollte wirklich ohne "wenn und aber" Vorurteile beiseite legen und sich dem Soundkosmos von La Brass Banda öffnen. Diese und ähnliche Appelle konnte man im Netz und in der Presse in den letzten Jahren und Monaten des öfteren lesen. Die Aufrufe waren ungewöhnlich begeisternd und wenig nüchtern geschrieben. Seit wann ist sich ein großer Teil der Musikjournalisten in Deutschland denn einig und dann auch noch wenn es um Blasmusik geht?

Der Antwort auf die Frage liegt eine kleine Revolution zugrunde. La Brass Banda, fünf verrückte Jungs aus dem Chiemgau, haben ihren ganz eigenen Sound definiert. Handgemachte, traditionelle Blasmusik dient ihrem Ideenreichtum als Grundlage. Die zwei Alben „Habediehre“ und „Übersee“ sind längst auch gerne gekaufte Platten über die Landesgrenzen Bayerns hinaus und haben vielen durchschnittlichen Musikkonsumenten jüngerem wie älterem Jahrgangs eingestehen müssen, dass Blasmusik so funky und so begeisternd sein kann.

In wie weit hier das Interesse genährt wurde, dass der Hype um Grooves vom Balkan erzeugt hat, ist nicht überliefert und auch nur Spekulation. Die Einflüsse großartiger Gyysy-Brass-Sounds wie der Maestros Boban & Marko Markovic oder Fanfare Ciorcolia spielten bestimmt auf dem eine Rolle – letztlich sind die fünf Bayern ein Haufen von kreativen Köpfen die die Blasmusik in die Moderne gezogen haben. Ob ihre Inspirationsquellen nun vom Balkan, aus Mexiko, aus der Elektronica, vom Country, vom Reggae oder Ska kommt, kann man nie wirklich verorten. Sie msichen gerne und vieles und machen vor allem eines mit ihren ansteckenden Rhythmen: Sie reißen Mauern ein.

Dachte man doch, dass nach Hans Söllner groß keine rebellischen Töne mehr aus dem südlichen Bundesland wahrzunehmen, hat sich die Gruppe eines hörbar vorgenommen: Sie wollen und werden nicht an Kompromissen (inhaltlich, politisch, musikalisch) arbeiten. Das macht ihr Sound störisch-frisch. Dass sie inzwischen nicht nur zu den Kritikerlieblingen der Feullitons gehören, liegt nicht nur an ihrer Musik. Der ehemalige bayrische Torwarttitan Oliver Kahn würde sie vermutlich damit umschreiben, dass es einfach Jungs sind die „Eier haben“. Recht hat er, der Oli. Sympathischer kann man seine Attitüde nicht präsentieren. Ansteckend ist ihr Humor und ihr polititisches Statement. Da darf 10CC’s „Dreadlock Holiday“-Evergreen gerne mal als Ode an das Blasmusik-Glück herhalten oder es wird der Homophobie der Dancehall-Gemeinde mit einem „I like the butty man“ entgegengetreten. Ihr Auftritt im Circus Krone München dokumentiert das alles wunderbar und kann jetzt auf DVD erworben werden. Natürlich muss man dazu nicht alles was dort im bayrischen Dialekt zelebriert wird verstehen – die Musik kennt nämlich keine Sprache. La Brass Banda halten uns das sehr eigensinnig und frei vor Augen.

Die Alben “Habediehre” und “Übersee” und die DVD sind auf Trikont Records erschienen.

www.trikont.de

www.labrassbanda.de

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