Am 02. Juni 2008 gibt es ein wahres Highlight bei „tageins“ im Waldsee, Freiburg: Tal M. Klein (Aniligital Music, San Francisco) und Slim (Good Groove, Bath, UK). Der DJ-Gig ist einer ihrer 2 deutschen Gigs auf ihrer aktuellen Europatour. Tal M. Klein produziert schon lange elektronische Musik. Mit seinen mehr funk- und disco-orientierten EPs sorgte er 2007 für große Aufmerksamkeit. In den USA hat er sich damit in der ersten Liga neben Ursula 1000, All Good Funk Alliance, Fort Knox Five etc. etablieren können. Slim ist Label-Boss von Good Groove Records. In den letzten 2 Jahren war man mit der Regroove Serie in allen wichtigen Plattentaschen weltweit vertreten. Wahrscheinlich ist sie eine der erfolgreichsten Mash-up-Reihen der letzten Jahre. Der Freiburger DJ und Producer Quincy Jointz sprach vorab mit beiden. Gastmix auf www.citrona.net Englisches Originalinterview unter www.quincy-jointz.de
Wann und warum habt als DJs angefangen? Wer hat Euch beeinflusst?
Tal:
Ich habe so um 1996 sehr zufällig mit dem Auflegen angefangen. Ich hörte immer die „Electronic music show“ des Universitätsradiosenders, die von 2 DJs gemacht wurde. Eines Tages hörte einer von ihnen auf und ich bekam die Anfrage mitzumachen.
Meine Einflüsse umfassen ein weites Musikspektrum. Mein Vater hörte zwar überwiegend klassische Rockmusik, war aber genauso von Breakdance-Musik begeistert. So hörte ich als Kind oft Rod Steward gefolgt von Afrika Bambaataa.
Slim (Goodgroove)
Die UK Rave-Szene brachte mich Anfang der 90er Jahre zum Auflegen. Vor allem der Disco-Sound der DJ-Legenden wie Sasha hatte es mir angetan. Erst später wurde mir klar, dass das frühe House-Musik war. Wahrscheinlich mixe ich deshalb immer in meinen DJ-Sets Breakbeats mit House. Außerdem stehe ich total auf funky Tracks.
Es ist nicht ganz üblich, dass ein amerikanischer und englischer DJ gemeinsam auf Tour sind. Wie kam es zu Euren gemeinsamen DJ-Sets?
Tal:
Ich hab Slim über Frank Cueto von All Good Funk Alliance kennen gelernt. Meine „Neptune´s Minty Tripdent“-EP auf meinem eigenen Label Aniligital Music stand kurz vor der Veröffentlichung und ich suchte jemanden, der mir ein neues Logo erstellte. Slim hatte gerade für All Good Funk Alliance ein neues Logo geschaffen, das mir gut gefiel und so kam es zu dem Kontakt.
Slim war zeitgleich gerade dabei seine erste 12“ für sein Label Good Groove zu veröffentlichen. Beim Austausch über unsere Musikprojekte merkten wir schnell, dass wir die gleichen musikalischen Vorstellungen haben und dass wir unbedingt mal was zusammen machen wollten.
Slim (Goodgroove)
Ja, wir ergänzen uns musikalisch und menschlich super. Also lag eine Kooperation nahe.
Erzählt uns etwas über Eure Musikproduktionen
Tal:
Meine Musik ist eine Mischung aus unterschiedlichsten Styles. Gemeinsam sind allen Tracks „heavy organic beats“. Ich bin süchtig nach analogen Sound. Ich liebe wie alte analoge Bandaufnahmen klingen. Aber am meisten liebe ich Musik, zu der ich mit dem Kopf nicken und mich bewegen muss. Mein Ziel ist es genau solche Musik zu produzieren. Meine Produktionen entstehen mit Ableton live.
Slim (Goodgroove)
Ich produziere nicht selber. Ich suche die besten Tracks von all den verrückten Produzenten da draußen. Ich teste neue Stücke dann in meinen DJ-Sets. Wenn die Reaktionen gut sind, will ich auch dass diese Nummern veröffentlicht werden und andere DJs sie auch spielen können.
Was können wir bei Euren DJ-Gig bei tageins am 2.6. im Waldsee erwarten? Welche Styles, Labels mögt Ihr und welche Artists werdet Ihr spielen?
Tal:
Natürlich alles von Quincy Jointz & seinem Projekt Geriba
und einen Haufen “drunk funk & dirty disco!”
Slim (Goodgroove) – “FunkBreaksDiscoSoulHipHop”.
Wo habt Ihr schon überall aufgelegt. Welche Clubs und Länder stehen noch auf Eurer Wunschliste? Wo war der beste Ort bisher zum Auflegen?
Ich habe ein paar Resident-Jobs in San Francisco. Am bekanntesten davon ist die „Funkonnection“-Nacht, die ich zusammen mit Motion Potion und Malarkey veranstalte. Mein liebster Ort zum Auflegen ist eine kleine Stadt namens Blacksburg in Virgina. Man kennt sie besser unter dem Namen „Boogieburg“. Von dort kommen die Newcomer Spark Arrester. Es ist dort wie im Himmel für Funk-Süchtige wie mich.
Mein liebstes Festival heißt „Chillits“, was so eine Art kalifornischer „kleiner Bruder“ vom „Big Chill“-Festival ist.
Das beste Set hab ich vermutlich bei der Winter Music Conference im März 2008 in der Lobby von Catalina Hotel In Miami gespielt. Ich spielte da gemeinsam mit dem legendären Nappy G von „Turntables on the Hudson (New York)“.
Slim (Goodgroove)
Ich spiele oft in der Region um Bath (UK) zusammen mit den Snugs (Freestyle Records). Wir haben meistens lange, verrückte Nächte, egal wo wir spielen. Der beste Ort zum Auflegen war bisher ein Straßenfestival mit mehr als 10.000 Leuten. Ich spielte auf dem Main-Soundsystem in der Mitte der Straße. Unglaublich überall tanzende Menschen zu sehen.
Welche neuen Projekte als DJ, Producer oder auf Euren Labels stehen an?
Tal:
Ich habe gerade mein neues Album “Plastic Starfish” veröffentlicht. Zu diesem wird es noch ein paar 12“ mit Remixen geben. Außerdem arbeite ich an einem Album mit Remixen, die ich für Coldcut, Valique, K´Bonus, Basement Freaks,Omegaman, Quincy Jointz und anderen gemacht habe.
Slim (Goodgroove) – Goodgroove Records hat nun schon 5 Releases. 5 weitere sind in der Pipeline. Außerdem wird es noch 2008 ein Album geben.
Tal und ich werden noch mehr zusammen auflegen. Sieht also alles bestens aus.
Interview und Übersetzung:
Dirk Schäfer
(DJ Quincy Jointz)