Interview

INTERVIEW: IRA ATARI

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Die EP des Duos IRA ATARI erscheint am 07.11 und bietet einen wahren Ohrenschmaus an erstklassigem Pop! Um euch ein paar mehr Einblicke geben zu können, nahmen sich Ira und Bernhard die Zeit, einige Fragen zu beantworten:

Zuerst einmal: schön wieder was von Dir bzw. Euch zu hören!
Fangen wir mit dem Grundsound der EP “Heroes” an: ihr habt euch dazu entschlossen die ganzen Lieder analog aufzunehmen. Warum? Ist ja zu der heutigen Zeit eher selten…

Ira: Danke, ja ich freue mich auch endlich mal wieder etwas zu veröffentlichen. Lang ist es her.

Bernhard: Vielleicht haben wir uns ja gerade deshalb weil es so selten ist dafür entschieden. Nein in Wirklichkeit war es einfach ein großer Wunsch von uns es so zu machen. Wir beide sind es gewohnt alles zu Hause am Computer aufzunehmen, in MAC, Soundkarte, Midikeyboard, ein paar Controller und los geht es. Bei mir jedoch ist es bei diesem Workflow immer sehr schwer zu einem Ende zu kommen. Immer wird wieder hier noch rumgeschraubt , dann wieder da, vielleicht doch eine andere Kickdrum? …. Und schon klingt alles wie ein anderer Song. Wenn man jedoch mit analogem Equipment arbeitet, bekommt jeder Sound den man bastelt einen höheren Stellenwert. Man muss schrauben, drehen, stecken und wenn man dann soweit ist, wird aufgenommen. Dann hat man sich dafür entschieden, es war Arbeit, und man wirft dann diese Ergebnisse beim nächsten öffnen des Projektes nicht einfach weg.

Woher der Sound der 80s? Für die Produktion habt ihr sogar Drumcomputer aus den 80s gewählt – bewusst? Oder hat sich das einfach so ergeben?

Ira: Wir haben sehr viele Sounds ausprobiert und zusammen sehr viel Musik gehört. Der 80ies Sound hat am besten zu uns gepasst.

Bernhard: Wir hatten die Songs für die EP zu Hause in unserem Homestudio so gut wie fertig produziert, dafür war definitiv der Sound der 80s geplant. Nun war die Frage: selbst abmischen oder abgeben? Aufgrund dessen, dass kurz zuvor ein alter Freund von Ira den Song ‚Flowers‘ gemixt und gemastert hat und wir zur Vollendung bei ihm im Studio gelandet sind, war sofort klar dass bei und mit ihm alles vollendet werden soll. Er besitzt all das Equipment welches man so in den 80s zur Verfügung hatte und das jedes Herz eines Synthieliebhabers schneller schlagen lässt. Somit sind wir mit unseren ganzen Files bei ihm aufgetaucht und haben dann so gut wie alle Spuren per midi über analoges Equipment laufen lassen und Sounds neu gebastelt.

Die gesamte Stimmung auf dieser EP ist deutlich positiver und optimistischer, als das was wir bisher von euch gehört haben. Was hat das herbei geführt? Du schreibst ja quasi ein Liebeslied an deinen neuen Partner Bernhard Raser. Woher diese neue „Euphorie”?

Ira: Ehrlich gesagt wusste ich nicht dass man das so deutlich hören kann…aber ja, die dunklen Wolken sind vorbeigezogen und mir geht es wirklich gut. Ich teile das gerne mit euch allen und hoffe dass der ein oder andere aus unseren Songs Mut, Trost und/oder Kraft schöpfen kann.

Auf dem zweiten Track singst du “We don’t have to be heroes” – Was genau möchtest du damit sagen? Dass die Menschen den Zwang ablegen sollen, perfekt zu sein? Oder hast du da andere persönliche Meinungen dazu?

Ira: Ja, so könnte man es sagen. Für mich persönlich ist der „Höher-Schneller-Weiter-Wahn“ vorbei bzw. ich habe mich noch nie so richtig darauf einlassen können. Für mich ist es viel wichtiger Menschen um sich zu haben denen man vertrauen kann und mit denen man zusammen einen Weg gehen kann, egal wie schwierig er ist. Das klingt so banal, aber für mich ist es das Wichtigste.

Wie lange habt ihr an der EP gearbeitet und wie lange müssen wir auf ein komplettes Album warten?

Ira: Als wir uns vor 2 Jahren kennengelernt haben, haben wir erstmal viel ausprobiert und zusammen sehr viel Musik gehört. Daraus ist „Keep Me Waiting” entstanden. Ich war gerade auf einem Konzert im Festsaal Kreuzberg und Bernhard, der damals noch in Wien gewohnt hat, hat mir den ersten Entwurf geschickt. Ich bin nach draußen gegangen um den Song anzuhören und ich fand ihn großartig. Ich kann mich noch genau daran erinnern.
Dann ist ‚Leave It‘ entstanden. Das war unser erster gemeinsamer Song den wir veröffentlicht haben (2013, Audiolith „Still Doin’ Our Thing“) und er ging schon in Richtung 80ies.
Danach kamen ‚Who Are You‘, ‚Heroes‘ und ‚Boom Boom‘ sehr schnell hintereinander.
Zwischendrin haben wir ‚Flowers‘ geschrieben. Das war ein Auftrag vom WDR. Wir sollten ein Hörspiel von Dirk Laucke „Als wir Krieg spielten“ vertonen.
Wir sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team und wenn es so weitergeht, kann man bald mit einem neuen Album rechnen. Dennoch können wir nicht genau sagen wann das sein wird.

Wird der Sound auf dem neuen Album genauso sein, wie auf dieser EP oder habt ihr dafür bereits etwas anderes geplant?

Ira: Der Sound der 80ies wird wahrscheinlich bleiben, das wollen/müssen wir noch ausreizen.

Persönliche Lieblingslieder? Wenn ja, warum?

Ira & Bernhard:

Depeche Mode – Enjoy The Silence (Klassiker, routiniert)
Björk – Pegan Poetry (großartige Stimmung)
The Cure – Love Song (funktioniert immer)
Glass Animals – Gooey (frisch, verspielt)

Stell dir folgendes vor, Ira: du fährst auf eine einsame Insel und darfst exakt drei Dinge mitnehmen, welche wären es?

Ira: falls es wirklich nur Dinge sein dürfen: Einen Koffer in dem Bernhard versteckt ist, ein Klavier und ein Messer.

Wie sehen ganz allgemein die Zukunftspläne für Ira Atari aus? Gibt es überhaupt schon welche?

Ira & Bernhard: Weitermachen, viele neue Songs schreiben, nicht unterkriegen lassen, selbstbestimmt bleiben, Auftritte spielen, etc…

Das Interview führte Melina Linder


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