Interview

INTERVIEW: MAX VON MILLAND

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Zuerst einmal: dein Album ist seit dem 18.09 draußen. Wie fühlt es sich für dich an? Wie waren die Reaktionen bisher? Bist du zufrieden?

Es fühlt sich wirklich sehr gut an. Ich habe mir fast genau ein Jahr Produktionszeit genommen um die Vorstellung, die ich im Kopf hatte auch genau so umzusetzen. Die Reaktionen sind durchweg positiv und ich bin wirklich sehr zufrieden.

Was ist, außer der Unterschiede in der musikalischen Gestaltung, im Vergleich zum ersten Album für dich noch so Besonders?

Ich habe das Album in einer Zeit produziert, in der ich auch viele persönliche Veränderungen durchlebt hab. Ich bin in der Zeit z.B. von Berlin nach München gezogen, hab mein eigenes Label gegründet und generell spiegelt das Album eine gewisse Selbstbewusstheit und Stringenz wieder, die beim ersten Album noch nicht so vorhanden war. Und natürlich sind es 10 verdammt tolle Songs (grinst).

Du hast musikalisch einiges mehr auf die Beine gestellt, als nur deine Gitarre dabei zu haben. Wir liefen die Arbeiten dazu ab? Was hat dich dazu bewogen, dich vom musikalischen Klangbild her weiter aufzustellen?

Nach dem ersten Album war ich viel live mit meiner Band unterwegs und das hat mich bei diesem Album sicherlich inspiriert. Ich wollte, dass dieses Album lauter und direkter wird als sein Vorgänger. Ich bin nicht nur der Max mit der Akustik-Gitarre sondern kann auch durchaus laut sein und das wollte ich mit diesem Album auch zeigen.

Du singst mit einem südtiroler Dialekt. Mit Sicherheit keine leichte Aufgabe, da im deutschen Popbereich Fuß zu fassen, oder? Kam dir jemals in den Sinn auch einfach auf Hochdeutsch zu singen?

Nein, nicht wirklich. Ich bin Max von Milland, gebürtiger Brixner, der in Südtirol aufgewachsen ist und dort seine Wurzeln hat. Dass ich in Südtiroler Mundart singe, ist für mich daher eine sehr natürliche Sache und für mich auch der einzige Weg mich am persönlichsten auszudrücken, alles andere wäre nicht der Max von Milland. Zu diesem Thema gibt es auch auf dem neuen Album einen Song, „Nia bin i der“, der dürfte alle Fragen beantworten.

Glaubst du, dass für die Hörer genau dein südtiroler Dialekt das Besondere an deiner Musik ist? Oder gibt es deiner Meinung nach noch andere Aspekte, die deine Musik zu etwas Einzigartigem machen und deine Fans so berühren?

Ich glaube, dass es bei Max von Milland das Gesamtbild ist. Ja, einerseits ist es sicher der Südtiroler Dialekt und die Melodien, die viele Personen ansprechen und es zu etwas Besonderem machen, was mich auch total freut. Andererseits bekomm ich von so vielen Menschen Zuspruch, dass ich genau so bin wie ich bin und das durchziehe. Ich glaube das Stichwort hier, wie überall, ist Authentizität. Menschen merken sehr schnell, ob etwas gekünstelt oder etwas ehrlich gemeint ist und von Herzen kommt. Und wie schon gesagt, ich bin der Max von Milland, aus Südtirol in Mundart singend, alles andere wäre nicht ich.

Für dich ist Heimatliebe bzw. die Verbundenheit zur Heimat sehr wichtig. Gibt es einen bestimmten Grund für dich? Glaubst du, dass das Gefühl der Heimatverbundenheit heutzutage eventuell zu kurz kommt?

In Brixen bzw. Südtirol leben meine Familie, meine Freunde und generell bin ich ja dort aufgewachsen. Ich bin daher sehr tief mit Südtirol verwurzelt und es ist für mich daher auch meine Heimat.
Aber Heimat ist für mich nicht generell ortsbezogen, ich glaube das ist mehr ein Gefühl. Sich irgendwo daheim zu fühlen, das hat mehr mit dem eigenen Seelenzustand und auch den Menschen, die einem umgeben zu tun. Und da liegt auch ein bisschen das Problem in der heutigen Zeit. Da alles zu jederzeit verfügbar ist und wir uns ständig, auch aufgrund äußerer Einflüsse, wie Filme, Werbung etc., fragen müssen „Ist das schon alles? Will ich nicht noch mehr?“, geht die Wertschätzung der kleinen Dinge, die wir schon haben, verloren. Wobei man bei dieser Diskussion auch nicht vergessen darf, dass der Mensch seit Anbeginn der Zeit auf der Suche ist, nach Heimat, nach Liebe, nach Geborgenheit, diese Suche macht den Menschen wohl auch aus.

Was waren die Gründe dafür, dass du dein eigenes Plattenlabel „0472 Records“ gegründet hast und nicht einfach bei dem damaligen Majorlabel geblieben bist?

Ich wollte das Zepter selbst in die Hand nehmen. Ich hab in der Zeit beim Majorlabel vieles erlebt und gelernt. Die Zusammenarbeit hat mir viel gebracht, aber mich auch in Situationen gebracht, die ich nicht wirklich cool fand und die ich in Zukunft selber entscheiden möchte. Zudem glaube ich, dass Max von Milland ein langfristiges Aufbauthema wird und dafür sind Majorlabels nicht mehr dir richtigen Ansprechpartner.

Was sind für dich persönlich die wichtigsten Aspekte beim Musik machen? Was wünschst du dir von den Hörern, was sie in deiner Musik vielleicht sehen?

Ein sehr schöner Aspekt ist, dass mich das Musik machen so fesselt, dass ich Ort und Zeit vergesse. Ich spiele oft so vor mich hin und bevor ich es merke sind fünf Stunden vergangen. Das fasziniert mich immer wieder. Das Wichtigste aber ist die Authentizität. Die Musik und der Text müssen von Herzen kommen und ich muss es mit jeder Pore spüren. Nur so kann ich das Gefühl auch meinen Hörern vermitteln und ich hoffe, dass diese auch dasselbe beim Zuhören spüren.

Was sind deine persönlichen Lieblingssongs auf dem Album und warum?

Natürlich alle (lacht). Heraus sticht für mich aber immer wieder „Nia bin i der“, weil mir die Message in dem Song sehr wichtig ist.

Wie geht es jetzt für dich weiter? Welche Zukunftspläne? Kann man dich auch bald in Deutschland auf Tour erleben?

Jetzt wird erstmal viel live gespielt. Alle Termine stehen auch immer auf Facebook oder auf meiner Homepage.

Zum Abschluss die Frage: stell dir vor du bist auf einer einsamen Insel und du darfst exakt drei Dinge mitnehmen – welche wären das?

Meine Gitarre, Stift und Papier und eine Flasche Rotwein.

von Melina Linder


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