Seit vier Jahren gibt es die REBEAT FUNK NIGHT in Freiburg. 1beat.de sagt "Happy Birthday" und hofft auf weitere Zehn!!! Gefeiert wird am 19.Oktober 2007 / 22h in der Rufetto Bar in Freiburg. Natürlich gibt es zum Geburtstag etwas ganz Besonderes. Zu diesem Anlass gibt es mit den zwei Veranstaltern ein Interview. Enjoy.
Einer der bekannteste Funkplattendreher und Vinyl-Nerds (neben Keb Darge, Florian Keller & Kenny Dope) aus dem Rare Groove-Sektor kommt exklusiv für diesen Anlass aus London. Die Rede ist von JAZZMAN GERALD. Freunde des gepflegten Funks wissen was das heisst. Für alle anderen: Gerald ist seit vielen Jahren eine der wichtigsten Figuren in diesem Bereich. Der Musikverrückte betreibt eines der essentiellsten Labels dieses Genres. “RARE” wird dort ganz grossgeschrieben. Hier veröffentlicht der Mittvierziger seit Jahren seltene und gesuchte Grooves aus den Bereichen DeepFunk, Jazz & Soul. Noch länger steht der Plattensammler hinter den Wheels of Steel und weiss ganz genau was zu einem DJ-Set gehört. Schweiss-treibender Funk, feuriger Soul, knackige Latin Groove und weird spicy Dancefloorjazz.
Mehr Info:
www.rebeatfunkclub.de
www.myspace.com/rebeatfunk
Interview:
Wie sieht die Rebeat Funk Night “Akte“ aus? Was kann man sich darunter vorstellen?
Die Rebeat Funk Night ist eine monatliche Veranstaltung, die sich exklusiv dem Funk der späten 60er und frühen 70er Jahre verschrieben hat. Beide Keller des Ruefetto sind Ort des Geschehens. Wir – Ricardo Magnus alias Thelonious Fonk (Argentinien) und Marc Haering aka Wah Wah Anatol (Freiburg) – stehen nicht nur hinter den Plattentellern, sondern kümmern uns auch um Booking, Grafik-Design und spielen auch live-sets.
Wie alles begann und warum?
Die Rebeat begann aus einer Mischung von Idealismus und Not. Anders formuliert: wir haben die Funk Club Night ins Leben gerufen, die wir in Freiburg so sehr vermisst haben. In der ganzen Stadt und Umgebung konnte man kein deep Funk oder raw Soul hören. Unsere Enttäuschung musste ein Ende haben!
Wie erklärt man einem Laien die Begriffe „deep funk“ oder „raw Soul“?
Raw bedeutet rau, roh, krud – eben unverarbeitet. Damit wollen wir klarmachen, dass wir nur originale Titel spielen, keine Remixes oder ähnliches. Genau diese rohen Aufnahmen werden in der Funkszene seit etwa 15 Jahren als „deep“ bezeichnet – vorausgesetzt, sie besitzen die dazugehörigen Geschmacks-Parameter: satte drums mit breaks, eine synkopierte Basslinie, wah wah Guitarre und knallharte Bläser-Riffs. Pioniere wie Jazzman Gerald oder Keb Darge haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Funk heute wieder echt und deep ist. Bestes Beispiel dafür ist die weltberühmte Club Night in London Soho namens „Legendary Deep Funk“ bei Madame Jo Jo´s.
Warum spielt ihr nur Originale?
Die Antwort ist recht einfach: die Originale hauen uns jedes mal um, Remixe eben nicht. Da stecken kein öder Sammler-Purismus oder kalte Musikwissenschaftliche Prioritäten dahinter.
Genau, da kommt schon die nächste Frage: ihr grenzt sogar die Jahre des Funk, den ihr auflegt, ein und schreibt es so auf den Flyer: 1967-1974 – warum?
Damit möchten wir Klarheit schaffen. Die Leute sollen genau wissen, was für Musik bei der Rebeat zu hören sein wird. Vor allem in diesem schwierig zu unterscheidenden Musikgenre: Funk aus den 80er Jahren zum Beispiel hat sowohl Aufnahmetechnisch als auch musikalisch nichts zu tun mit dem, was wir auflegen. Wir wollen eben nicht, dass ein Fan dieser späteren Funk-Sparte bei uns enttäuscht wird. Andersrum wissen so die Aficionados des deep Funk der 60er Jahre, dass sie bei uns auf Nummer sicher glücklich sein werden.
Gibt es Ausnahmen?
Ja, Sharon Jones & The Dap Kings zum Beispiel. Diese Künstler haben wir letztes Jahr nach Freiburg gebracht. Sie verehren nicht nur deep Funk und raw Soul, sondern benutzen dasselbe Equipment für ihre Aufnahmen und die Platten klingen so schön roh wie damals. Dieser Sound ist paradoxerweise heutzutage heiß begehrt – nicht umsonst klopften neulich Amy Winehouse und Kanye West an die Tür der Dap Kings.
Wie wird dann das musikalische Gericht bei der Rebeat serviert?
Zum deep Funk gehört natürlich die besagte Portion raw Soul sowie eine Prise Jazz-, Latin- und Afrofunk – Soulfood supreme a la carte!
Welche Projekte und/oder musikalischen Aktivitäten laufen zur Zeit oder sind geplant?
Momentan laufen die Vorbereitungen für unser 4 Jähriges Jubiläum mit Jazzman Gerald (London) auf Hochtouren. Allein damit gibt es schon genug zu tun. Aber wir stehen in engem Kontakt mit „Osaka Monaurail“, einer atemberaubenden JB-Style Band aus Japan. Unique Records (Düsseldorf) hat soeben Osakas fünfte LP in Europa veröffentlicht – mit ein wenig Glück kommen sie Ende des Jahres nach Freiburg.
Womit würde, musikalisch gesehen, Euer größter Wunsch in Erfüllung gehen?
Ein ganz großer Wunsch besteht darin, unsere erste Single fertig aufzunehmen, die dann hoffentlich bei einem unserer Lieblingslabel veröffentlicht wird. Traum Nr. 2: Wir fliegen alle Freiburger Rebeat Funk Fans umsonst mit einem Charter zur Rebeat Funk Night 5 Years Celebration ins Apollo Theater (New York City).
Inwiefern haben sich die Freiburger Clubs und das Publikum in den letzten Jahren verändert?
Sehr, und das meinen wir im positiven Sinne. Die Leute wissen immer besser, was sie hören wollen, und entscheiden sehr bewusst, wohin sie ausgehen. Das bringt ein stets wachsendes Musik-Angebot mit sich, dass auf jeden Fall hohe Qualität aufzuweisen hat.
Thelonious Fonk, Wah Wah Anatol und Jazzman Gerald präsentieren „The World rarest Funk 45´s“ am Freitag 19ten Oktober ab 22 Uhr im Ruefetto (Granatgäßle 3).
Der Eintritt kostet schlappe 5.-Euro.
www.myspace.com/rebeatfunk
www.jazzmanrecords.co.uk