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Wu-Tang-Clan – The Saga Continues

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Review:

Es gibt Die-Hard-Fans des scheinbar ewigen WU die hatten echt Schiss vor der jeder Albumveröffentlichung seit IRON FLAG. Die Messlatte hatte die wohl wichtigste Gruppierung der letzten beiden Dekaden im HipHop selbst unmenschlich hoch gesetzt – und konnte definitiv nicht mehr das Level des Endgegner-Albums „Enter the Wu…“, jenes unfassbar brachiale Debüt erreichen – welches heute noch nachwirkt und längst mit „Illmatic“ oder „Ready to die“ auf einer Stufe steht und ein Manifest des klassischen 90s New York Sound darstellt.

Die Fans der erste Stunde stufen fast einstimmig alle ersten Soloalben (besonders GZA und Reakwon) als würdige Wu-Meisterwerke ein. Danach konnte kaum noch Projekte oder Seitprojekte zu dem erlesenen Kreis der Wunderwerke stoßen – obwohl hier und da die Magie des Wu immer wieder aufblitzte. Auf den gefühlten 100 Nebenprojekten hat Mastermind RZA zwar eine Dynastie geschaffen, jedoch auch die eigene Kunst oft verwässert. Vielleicht wartete der Fan deshalb bis heute auf eine Wu-Wunder in Form eines Clan-Albums, dass wieder diesen rohen gechoppten Shaolin-Soul und die roughen Beats mit hungrigen Raps paart?!
Mit der Kooperation mit dem Rare-Groove-Revival-Experte Adrian Younge hatte man prinzipiell für das letzte Album „A better tomorrow“ einen gute Move hingelegt – um wieder in alte Fahrwasser zu gelangen. Streitigkeiten zwischen RZA und verschiedenen Hauptmitgliedern führten jedoch wieder einmal nicht dazu, dass man die geballte Energie bündeln konnte. Warum sollte sich das nun auf „The Sage continues“ ändern?

Wirklich überraschend ist das neue Wutang-Clan-Album deshalb, weil es alle Zutaten vereint, die der werte Fan sich erhofft hat. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist jedoch schon mal mehr, als der Clan auf den letzten 3 Alben zustande bekommen hat. Verantwortlich für den Soundteppich war dieses Mal DJ Mathematics und nicht RZA. Der bastelt mit „Pearl Habor“, „If time is Money“ und „People say“ drei Überbretter – der Wutang-Fans sehr glücklich machen wird. Auf 11 Tracks (und gefühlten 50 unnötigen Kung-Fu-Skits) bringt Mathematics die Grundstimmung der alten Tage in Perfektion zurück. Besonders Methoadman hört man die Euphorie darüber an – wobei man natürlich spekulieren kann, ob die 3 Songs mit Redman eigentlich für BLACKOUT III gewesen wären!? Egal, das Album ist stark – gerne mehr davon. Die Features von Sean P., Killah Priest und Chris Rivers (Sohne von Big Pun) schaden der LP natürlich auch nicht.

Text: Peter Parker


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