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4 Hero – Playing with changes

4 Hero - Playing with changes

Was haben sich manche Fans verzehrt nach diesem Moment?! Dego und Marc Mac’s Comeback – 4 Jahre nach dem brillianten ,,Creating Pattern” in Albumlänge. Als diese Nachricht um den eklektischen Zirkel seine ersten Runden machte riefen viele (Nu)-Jazz-Jünger frohlocken aus – und die Reaktionen waren wie eh und je, als Gilles Peterson, Benji B oder Patrick Forge erste Weissmuster aus ,,Playing with changes” im Radio spielten. Natürlich nicht ohne Grund. Haben Mark Clair und Dennis McFarlane mit ,,Two Pages” eine ganze Dekade geprägt und genaso viele nachfolgende Produktionen beeinflusst wie Stevie Wonder’s ,,Innervision”. Genau hier dann auch die Brücke zu 4 Hero wundervoller Coverversion von Wonder’s ,,Superwoman”. Die Basis ihres neuen Werks verschiebt sich lässig vom Jazz zum Soul – ganz in 4 Hero-Manier ganz geschmeidig und nie oberflächlich. Das Duo aus West-London hat es vielleicht doch gefunden – das Gen, das man braucht um zeitlose Klasskier zu bauen. Auch wenn von ihren Jungle/Drum’n'Bass-Pioneer-Arbeiten (man denke feuchtfröhlich an Reinforced Records Anfang der 90er) nicht viel übrig geblieben ist, und die Broken Beats nur noch nebenher laufen, haben 4 Hero ihrer Musik die Seele nie verwehrt. Der warme, organische Groove war immer einer der Wenigen, der deren von Roy Ayers oder Herbie Hancock der 70er sehr nahe standen ohne die Formel der Neuzeit-Sounds zu widersprechen. Immer noch im Focus ihrer Musik: Grenzen niederreißen und Fusionen entstehen lassen. Die Entwürfe, die sie unter Pseudoymen wie B.B.Boogie oder Cold Mission sind sehr weit weg von dem aktuellen Longplayer. Es scheint fast so, dass man sich in den Soloprojekten (,,Dirty old hiphop” auf BBE) ausgetobt hatte um sich wieder ganz neuen Ansätzen mit dem gemeinsamen Projekt widmen zu können. Sie waren schon experimentierfreudiger und wenn man Tracks wie ,,Give in” hört, machen sie eigentlich nur die angenehmerer Form des Modern R’n'B. ,,Something in the way” (feat. Bembe Segue & Kaidi Taitham) und ,,Gonna give it up” sind die soulgetränkten, gebrochenen Beats – mit der 4 Hero mal eine ganze Welle lostraten.,,The Awaking” mit der immer noch unerreichten Grazie von Ursula Rucker, ist dann wieder einer der magischen Moment für die es sich lohnt, ein eher schwächeres 4 Hero-Album zu kaufen. ,,Sophia” sticht genau in das selbe Mark. Orchestral und mit dem unvergleichlichen Branding mit dem die zwei Londoner sich in die Herzen vieler gespielt haben. Bei ,,Why don’t you talk” sieht man dann doch die ungetrübte Liebe zum Jazz – trotz des eigentlich ganz anderen Ansatzes dieses Albums. Wie ein Fremdkörper wirkt der letzte Tune ,,Dedicated to the horse”. Psychodelische Gitarre-Riffs alla Jimi Hendrix sprudeln zwar wirklich vor Energie und Rock’n'Roll – finden aber auch gar keinen Zusammenhang mit dem Rest. Trotzdem: Schön, dass ihr wieder da seit Dego & Marc.

Peter Hagen (Jazzriots)

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