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7 Samurai: El mundo nuevo

7 Samurai: El mundo nuevo

Irgendwie gibt es sie doch noch. Die Freibeuter des Groove. Jene Freistilaktionäre der ganz besonderen Produzentenriege die sich überall und oft auch schamlos bedienen und dabei noch wirklich großartige Musik basteln. Mark Frank und Tom Wieland gehören zu den Genrekönigen. Nein sie machen keinen Bastardpop. Davon sind sie weit entfernt. Ihre Werke auf den Begriff Mash Up zu reduzieren, würde ihr Fingerspitzengefühl für das Zusammenführen unterschiedlichster Stilelemente beleidigen. Bereits unter den Pseudonymen und Projekten Dubben, Panoptikum, Mokadi oder Les Gammas haben sie sich eine kleine, nicht zu übersehende Fangemeinde weltweit erschlossen. Vor allem ihre Entwürfe für das schwedische Raw Fusion-Sublabel G.A.M.M von Mastermind Mad Mats hat für ordentlich Furore bei den DJs und Musikliebhabern gesorgt. Der in sich seit Jahren geschlossene Freistilzirkel hat sich natürlich nicht lang bitten lassen diese Scheiben auf Heavy Rotation zu nehmen. Jazzanova, Gilles Peterson, Ennio Styles, Michael Rütten, Patrick Forge, etc.…die Liste der Supporter der Produktionen des bayrischen Duos ist lang. Zeit das eine breitere Öffentlichkeit davon erfährt, denn die musikalischen Ergüsse aus dem Hause 7 Samurai, ein weiterer Name der Musiknerds, dürften auch dort Anklang finden. Sie tragen die Sonne in ihrer Mitte, wenn sie Latin, Soul, Reggae, Brazil, Funk & Broken Beats mischen bzw. etwas aufpeppen.

EL MUNDO NUEVO heißt nun ihr erstes offizielles Album. Eine Werksschau der besonderen Art. Neue wie alte Stücke sind darauf zu hören. Verschiedene auf G.A.M.M erschienen Stücke haben es, wohl auf Grund der Sample-Erlaubnis, nicht geschafft – und bleiben so den Vinylheads als Schätze erhalten. Der Rest, also satte 13 Remixes und Eigenproduktionen der zwei Herren aus Süddeutschland, sind ein Reise durch die wunderbare Welt der Musik. Die Liebe zu Brasilien und Jamaika gewinnt hier oft die Oberhand. So bekommt die Legende wie Jorge Ben genauso ein neues Soundgewand verpasst wie Nachwuchssänger Allessao Vilhoso. Dem lange nicht genug. Dem Library Jazz verpflichtet, bekommt Janko Nilovic eine Hommage in Form von Dancehall & Bossa Fieber. Schwer vorstellbar? Fühlen kann man diese und weitere Kombinationen und Verschmelzungen schnell. Latineskes Discofeeling darf es ja seit Candido auch sein. 7 Samurai machen das perfekt nach, wenn sie auf „Choca las caderas“ Otto de Rojas aufpimpen. Genauso stylisch verwurstet wird Andrea Pozza’s „You can’t get what you want“ wenn Mambotakte auf HipHop-Beats clashen. Da fehlt nur noch der Dancefloorjazz-Reiser „Bluesanova“ in einer neu eingespielten Version (mit der wunderbaren italienischen Sängerin Stefania Rava). Das Original war zwar druckvoller, was jetzt daraus entstanden ist, versprüht soviel Charme, dass man nur gratulieren darf und nichts vermisst. Das ist definitiv Jazz Music back on the floor. Nicola Conte lässt hier irgendwie durchscheinen. Braucht man noch mehr Argumente um eine Platte zu kaufen? Ich denke nicht.

Peter Hagen

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