Review

Aaron Neville – Apache

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Review:

Aaron Neville, eine Ikone. Er nimmt, und das ist nichts als die Wahrheit, seit über 50 Jahren Musik auf. Vornehmlich macht er das ziemlich funky mit seinen Brüdern. Wenn er nicht funky so unvergleichlich croonte, dann sang er schmalzige Balladen. Auf seinem neuen Werk „Apache“ unterstreicht er, dass er diese Engelshymnen mit diesem dreckigen Funk verbinden kann. Angetrieben dazu haben ihn zwei junge Soul&Funk-Triebtäter der Renaissance/Retro-Soul-Bewegung, Erik Krasno (Soulive) und Dave Gutter (The Rustic Overtones). Das Resultat ist mehr als respektabel. Der New Orleans Funk der Neville Brothers ist legendär und immer noch hörbar. Die Liebe zu dramatischen Balladen wurden damit untermalt. Von einer Neu-Erfindung des ehrwürdigen Sängers ist nicht die Rede – eher von einer Motivation, neue und alte Weg zusammenzuführen. Es ist immer noch dieser süße Soul des Südens den Sänger vertieft und durch seiner Lebenserfahrung authentischer Macht. Huldigte er auf seinem 2013er Solowerk noch den Doo-Woop mit wunderschönen Coverversionen, ist „Apache“ so etwas wie eine Autobiographie mit dem Besten von sich selbst geworden. Der Mann war mit Otis Redding auf Tour in den 1960ern – ein Ereignis welches er in seiner Musik heute noch genauso verarbeitet wie der Hurricane Katrina, der seiner Heimat und großen Liebe New Orleans so zusetzte. „Apache“ wird sicherlich nicht irgendwann mit Klassikern von Dr. John oder Irma Thomas genannt werden – aber es tut verdammt gut. Also, legt das Teil auf wenn es nachts noch über 30 Grad hat und setzt euch mit einem Kaltgetränk auf die Veranda.

Text: Peter Parker


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