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Alicia Keys: The element of freedom

Alicia Keys: The element of freedom

Alicia Keys gehört zu den Kritikerlieblingen. Man hört kaum mal etwas Sarkastisches oder überhaupt Negatives über die amerikanische Sängerin. Mag wohl auch daran liegen, weil sie bisher musikalisch alles richtig gemacht hat. Darf man doch durchaus dieser optisch nicht zu verachtenden Grazie einen Preis dafür verleihen, dass die einen hohen musikalischen Anspruch an ihre Musik hatte und sich selten auf das Niveau von ihren vermeidlichen Kolleginnen und Kollegen herabließ. So trällerte sie sich gleich zu Beginn ihrer Karriere in die Herzen der Hörer mit eine großen Stimme die sich irgendwie weigerte anders zu sein wie die Ashantis, Ushers oder Beyonces. Hier wollte jemand die Wärme des alten Souls auf eine durchaus poppige, zeitgemäße Formel bringen. Da mag es schon verwunderlich gewesen zu sein, dass die Dame eine klassische Musikausbildung genoss und bestrebt war, dieses Talent und diese akademisch versierte Fähigkeiten in ihre Werke einfließen ließ. Man war zwischen Köln, Konstantinopel und Kalifornien voll des Lobes für den frischen Wind den Alicia Keys in die Popwelt brachte. Das breite Publikum liebte sie und die Kritiker mussten Superlativen erfinden um das Talent und die Musik dieser Dame zu beschreiben die ihre eigenen Vorstellungen von Musik hatte und sich dem marktüblichen Regeln mit diesem sterilen Kalkül verwehrte bzw. schienen die von ihrer angelegten Kompromisse zum Mainstream nicht so offensichtlich zu sein und quälte die Hörer nicht mehr mit dem Einheitsbrei der irgendwo zwischen Testosteron-Macho-ism, Gehirn-Silikon, Monotonie-Jubelarien und kreativer Legasthenie. R’n’B konnte mit Alicia Keys also an Substanz gewinnen.

Winter 2009: Die multitalentierte Musikerin, Komponistin und Songwriterin dominiert mit der von ihr mitgestalteten Single „Empire State of Mind“ von Kollege Jay-Z weltweit die iPods der Kids und die Charts von Billboard. Die Hymne auf den Big Apple hat alles was ein Hit mit Anspruch braucht. Machte das doch sehr Hoffnung auf das neue Album „The Element of Freedom“. Doch was ist passiert? Ist der kreativ-talentierte Geist dieser großartigen Sängerin von der bröckelnden Musikindustrie weich gekloppt worden? Oder hat sie etwas ihren eigenen Kopf nicht mehr durchgesetzt? Plastikpop und das oft kritisierte Einerlei zwischen 08/15-Clubbeats und Schmachtballaden, die sich alle gleich anhören, ist auch bei Frau Keys angekommen. Natürlich muss man sagen, dass die charismatische Schönheit am Piano immer noch tolle Songs schreiben kann – aber bei der chronischen Langeweile die das Hören des Albums hervorruft, ist das Talent einfach verschwendet. Deshalb geht die Pflaume des Monats an …. Alicia Keys. Gratulation und gute Besserung.

Peter Hagen

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