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Amy Winehouse: Back to Black

Review:

Was macht die Welt(presse) nur für einen Trubel um die Winehouse? Nur weil sie mit ,,Rehab" auf alle schlichtweg scheisst, die sie in den Entzug schieben wollen? Sie zeigt allen einen rießigen Mittelfinger und macht weiter Session. Nur weil sie sich regelmässig die Birne wegschiesst, ist sie gleich ein Drogenopfer und gefundenes Fressen für die Yellowpress? Die Bilder und einige ausfällige Auftritte sprechen natürlich dafür - aber auch für den Rock'n'Roll-Lifestyle. Und das liebt die Yellowpress ja noch mehr als die Wahrheit. Sollte man sie nicht nach ihrer Kunst bewerten?

Weg von diesem Anfall an Medienkritik: wollen wir doch mal auf die musikalischen Werke der jungen Engländerin mit der markanten Stimme sehen. Nach ,,Frank", ihrem viel beachteten Debüt von 2003, schwappte die Nachricht von einer großartigen, ganz eigenständigen Stimme noch nicht wirklich über die Grenzen England hinaus. Man konnte damals sogar von einem richtigen Geheimtipp sprechen. Die Remixes von den Broken Beat-Protagonisten Bugz in the Attic, MJ Cole, Seiji und dem HipHop-Altmeister Salaam Remi für ihre Single-Auskopplungen festigten natürlich ihren Ruf in bestimmten Kreisen. Die DJs und Radiostationen auf der Insel hatten einen neuen Liebling. Die Presse schloss sich da bedingungslos an. Der leicht lasszive Gesang der damals 19jährigen Britin gekoppelt mit dem melancholischen und rebellischen Unterton in ihren autobiografischen, meist selbst geschriebenen Texten zeigten, dass es auch einen wunderschönen, schrägen Gegenpol zu den Saubermann-Image-Ladies der neuen Jazzgeneration wie Jamie Cullum, Diana Krall oder Norah Jones geben kann. Das war neben dem Übermaß an Talent wohl der entscheidende Faktor über die Beliebtheit bei Publikum und Presse zugleich.

Ende 2006 ist sie nun zurück. Mit Starproduzent Mark Ronson im Rücken hat sie nun den 60s Soul der Girlgroups von damals für sich entdeckt. Der musikalische Entwurf bringt Harmonie in die Dramatik der Lyrik und der Darbietung der jungen Künstlerin - deren Äußeres inzwischen irgendwo im selbstzerstörerischen Nirvana von Magersüchtigkeit, Tattoowahn und Vollsuff zu stecken scheint. Die Verbindung ihre Stimme mit der wahnsinnigen Intensität von Wut, reißerischen Liebe und zügellosem Schmerz ist mehr als beeindruckend und schreit gerade zu nach Vergleichen mit Jazzlegenden wie Ella Fitzgerald, aber auch gleichzeitig nach einer Parallele und der traurigen, kurzen aber aufregenden Geschichte der Janis Joblin. Die Yellow-Press in auf der Insel hat eine neues Opfer gefunden - und der Hörer ein beeindruckendes Album namens ,,Back to Black". Hoffentlich nicht das Letzte, was uns an diese, mit scheinbar unerschöpflich Potential gesegneter, aber möglichweise Selbstmord gefährdeten Künstlerin erinnern wird.

Peter Hagen (Jazzriots)

Tracks:

  • 01. Rehab
  • 02. You Know I'm No Good
  • 03. Me & Mr Jones
  • 04. Just Friends
  • 05. Back to Black
  • 06. Love Is a Losing Game
  • 07. Tears Dry on Their Own
  • 08. Wake Up Alone
  • 09. Some Unholy War
  • 10. He Can Only Hold Her

Releases:

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Interpret:
Amy Winehouse
Label:
Island
Stil:
Soul Pop

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Community


2 Kommentare

Review von 2006...da ahnte jemand schon etwas....

 
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von Shine
vor 195 Tagen

R.I.P Amy. Ein Klassiker.

 
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von Mary
vor 194 Tagen

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