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Andreya Triana: Lost where I belong

Review:

Wenn der Faktor Soul wieder nach oben gedreht wird, dann ist es definitiv nicht der Mainstreampop der sicher mal wieder an die alten Klangwelten der 1960ern und 1970ern erinnert. Nix gegen Duffy, aber Anbiederei an Trends ohne Substanz ist einfach schwach. Die besten Beispiele dafür sind und waren die Alben von Alice Russells, Aloe Blacc oder Mayer Hawthorne. Die Qualität kommt immer wieder von unten, von den kleinen Independentlabels. Dabei muss es nicht immer brachial im Vintage-Sound verankert sein, wie es imposant und leidenschaftlich Lee Fields auf seinem Manifest „My World“ letztes Jahr aufzeigte.

Soul ist ein Faktor den Musik hat oder eben nicht. Dafür braucht man keine Experten wie Gilles Peterson oder Alex Baarck von Jazzanova bemühen. Beseelte Musik gibt es in den verschiedensten Formen und in den unterschiedlichsten Ausprägungen bzw. Genres. Die Inkarnation von Al Green, Stevie Wonder oder Curtis Mayfield fand man Jahre lang in überragenden Platten von Tuomo oder Donnie. Für viele blieb bei aller Qualität der neuen Soul-Generation jedoch immer die Frage, warum diese Künstler nicht mutiger ans Werk gingen und nur ihre Hauptinspirationsquellen des klassischen amerikanischen Soul als Referenz bezogen!

Mutig und wahrhaft von einer ganz eigenen Grazie ist die Musik von Andreya Triana. Tolle Stimmen haben ihre im Mainstream angesiedelten Kolleginnen wie Beyonce oder Alicia Keys auch. Den Unterschied macht letztlich das Charisma des Gesamtwerks. Man findet hier großes Songwriting mit Tiefe, begnadete Stimme und einen Soundhintergrund der für alles, aber nicht für Oberflächlichkeit steht. Wenn man sieht das Madame Triana bereits von Klangkosmoshelden wie Theo Parrish, Flying Lotus oder Mr. Scruff bereits vor dem Album als Künstlerin gefeiert wurde, wundert die Qualität von „Lost wehere I belong“ nicht mehr viel. Sie alle haben das ausgeprägte "gewisse Etwas" in der jungen Dame gesehen und mit ihr gearbeitet.

Simon Green, der gerade als Bonobo mit dem Album „Black Sands“ für Begeisterungsstürme bei den Kritikern sorgt, hat sich der Produktion des ganzen Albums angenommen. Der Resultat wird es ohne wenn und aber in die Jahreslisten weltweit schaffen. Ähnlich wie bei der charismatischen Kollegin Erykah Badu wird man diese Dame wohl nicht in den oberen Rängen der Charts rund um den Globus finden werden, jedoch wird ganz bestimmt noch sehr, sehr viel von ihr hören. Man sollte sich unbedingt auf ein Hör-Rendez-Vous mit dieser Künstlerin unbedingt einlassen.

Peter Hagen

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Interpret:
Andreya Triana
Label:
Ninja Tune / Rough Trade
Stil:
Hip Hop Jazz Soul Freistil Funk Elektro NuJazz Downbeat Trip Hop Folk

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