Review

Arabian Prince: Innovative Life

Arabian Prince: Innovative Life

Review:

Gerade drehen ja viel ziemlich durch wenn es um Electro-HipHop-Hybriden geht. Viele wissen zwar, dass DJ Mehdi und die ganze Ed Banger-Fame großartige Mucke ist, jedoch nicht, dass das nicht wirklich neu ist. Electro-Funk hat schon Anfang der Achtziger einige Ärsche bewegt und darauf bauen nicht nur die verrückten Franzmänner um Petro Winter auf. Oft als reine Breakdance-Muckertum abgetan, gibt es gerade hier einiges zu entdecken. Analog zu dem gesteigerten Interesse an solchen clubverliebten Mischformen aus elektronischen Boogie-Monstern und Rap, betreibt die allseits geschätzte Indie-Hochburg Stones Throw Records etwas Aufklärungsarbeit.

Mike Lezan, besser bekannt unter dem Künsternamen Arabian Prince gehört zu den Westcoast-Pionieren. Der Mann war aktiver Teil von N.W.A , produziert schon in den frühen Jahren mit Dre, arbeitete mit viele relevanten Künstlern der gesamten Szene zusammen. Darunter The Egyptian Love, Ice-T, J.J.Fad oder MC Smooth. Angeblich sogar mit Whodini, jedoch gab es hierfür nie offiziell Credits. Da wundert es schon, dass er oft übersehen wird, wenn man über die alten Recken des Westens und damit auch die Anfangsphase des klassichen Gangsta-Rap spricht. Arabian Prince war nicht nur ein vorzüglicher Produzent, sondern sang und rappte auch. Die Props gebühren ihm definitiv für seine visionäre Klangcollagen. Das Rappen konnten damals schon einige wesentlich besser und damit meine ich nicht unbedingt die 2 Live Crew. Alles zusammen addiert hatte er der HipHop, sowie später der Electro/House/Techno-Szene seinen Einfluss verschrieben. Deshalb ist die Zusammenstellung seiner Werke zwischen 1984-1989 auch so interessant. Man weiß inzwischen von einigen Compilations und Mixtapes, dass Peanut Butter Wolf große Sympathien für diese innovativen Sounds dieser Zeit, speziell vom Arabian Prince, hegt. Da scheint es nicht verwunderlich, dass er auf seinem Label diese epochale Musik zurückbringt. Auf „Innovative Life: The Antholgoy“ gibt es nicht nur die geschichtsträchtigen und einflussreichen Meilensteine „Strange Life“ und „Innovator“, sondern auch die Synthie-Bretter „Panic Zone“ oder das uptempo, zeitlos trockeneisige „Let’s hit the beach“.

Das Ganze kommt natürlich passend zum B-More-Fieber und den Pharellschen’ Tanzstündchen für Common genau richtig. Freeeeeeeeeeeeeeeze.

Peter Hagen


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