Wenn DJ Spinna seine eigene Philosophie als “music is a universal healing force” beschreibt, muss er indirekt den Briten Ashley Thomas damit gemeint haben. Das Goldkehlchen genoss eine musikalische Erziehung des elterlichen Hause zwischen klassischem Soulmaterial alla Stevie Wonder oder Marvin Gaye und Funkenstein’s Erben von Parliament. In seiner Jugend sog er die 80er-Entwicklungen zwischen Bowie und Prince auf und landete mit einer Open-Mindness in einer Nische die jazzigen Beat, Samba und Singer&Songwriter-Pop einer ganz eigenen Definition und Frische. Hier darf natürlich auch getanzt werde, was Tracks wie „Travel as one“ oder „Let it Bloom“ deutlich einfordern. Ohne die Oberflächlichkeit der Mainstreamradiomucke anzunehmen, schafft es Thomas auf eine sehr geschmeidige Art sich den Pop anzueignen, den man nur mögen kann. Die Vielfältigkeit in seiner Musik wird man schon nach kurzer Hörprobe mit einem Lächeln honorieren. Ashely Thomas ist nicht nur ein sehr talentierte Musiker mit einer samtweichen Stimme, sondern auch ein Mann der Pop dort hinbringen könnte, dass es in vielen Kontexten nicht mehr als negativ behaftet angesehen werden könnte. Nice.
Peter Hagen