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Ashley Thomas – Kept on Runnin’

Ashley Thomas - Kept on Runnin'

Meist sind doch die Kleinen die Feinen, wenn man etwas über den Tellerrand schauen will. Das englische Label Counterpoint Records ist ein wunderbares Beispiel dafür. Seit nunmehr 11 Jahren veröffentlichen die Labelbosse Jake Behnan und Russ Dewberry sehr spezifische Non-Mainstream-Music, die in irgendeiner Weise die Basis Jazz haben und in die unterschiedlichsten Richtungen sich ausweiten. Da hatte man z.B. den belgischen Produzent David Borsu entdeckt und gesignt. Dessen Talent ins besondere darin liegt, dass er organisches Groovegemisch aus Jazz und Funk in eine futuristische Formel packt. Broken Beats oder Future Funk – man hat diesem extrem tanzbaren Gebräu schon oft versucht einen Namen zugeben. Dieses Unterfangen ist eigentlich auch sehr schwierig in Anbetracht, dass es sich hier um hochwertigen Eklektizismus handelt. Wie bei den meisten der von Counterpoint bevorzugten Releases hört man den warmen, molligen Soul aus der Mitte der Songs sofort. Stevie und Marvin sind anwesend. Sie chillen mit IG Culture und den Bugz in the Attic – und zwar sehr gut verträglich im Sound des neusten Wurfs von Counterpoint. Die EP heisst ,,Kept on Runnin’” und hat all diese grossartigen Zutaten. Auf ,,Even So” schmelzen Eisberge einfach so weg, weil nur wenige Leute auf diesem Erdball wirklich so einen Soul haben. ,,Something’s got to give” befindet sich dort, jedoch ist die Packung erst organisch und dann drum herum mehr jazzy, mehr latin und auch ein bisschen mehr house. Der Titeltrack macht dann natürlich dem immer seltener werdenden, Westlondon-Broken Beat alle Ehre. Partytune. ,,BopBop” verneigt sich dann in einer sehr spacigen Art vor dem Jazzfunk der 70er eines George Duke, Herbie Hancock oder Marc Moulin.

Counterpoint beweist wieder einmal, dass hier Leute arbeiten die Musik veröffentlichen wollen, die zeitlosen und zugleich zeitgeistlichen Charakter besitzt und noch jeden Cent wert ist. Nach den essentiellen 12inches von Antonio Ocasio, Fertile Ground und Sheila Landis ein weiterer ,,Sure Shot”.

Peter Hagen (Jazzriots)

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