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Atjazz: Full Circle

Atjazz: Full Circle

Der Engländer Martin Iverson ist ein passionierter Produzent dem es an Reputation innerhalb der Szene nicht fehlt. Er stellt auch irgendwie ein Paradebeispiel da, für jene genialen Klangjongleure die wichtige Strömungen, ja sogar prägende Epochen der Clubkultur mitgestalten und erst später, vielleicht zu spät dafür gehuldigt bzw. bestätigt werden. Iverson gehört zu dieser Zunft. Das sei schon mal voraus geschickt.

In einem eklektischen Zirkel, immer in der House Music verankert, ist er eine Schlüsselfigur. Unter dem Pseudonym Atjazz erfindet er scheinbar spielerisch leicht die Welt eines ganz eigenen, zeitgenössischen Clubgrooves, der überall funktioniert, ja sogar überall harmonisch landen kann. Atjazz definiert sich über seine musikalische Reichhaltigkeit. Diese Tugend hat ihm den Ruf einbracht einer der wenigen zu sein, die die Einflüsse Jazz, Funk, Boogie (Disco), HipHop und Soul perfekt in Club-relevante Beatsphäre einbauen können. Das demonstriert er nicht nur seit Jahren auf seinen unzähligen Remixarbeiten (Rae & Christian, Jazzanova, Slope, Obliqsound), sondern auch auf seinen eigenen Produktionen. Die offensichtliche und immer wieder gern betonte Affinität zu beseelter House Music weicht oft in die Seitenstraßen aus – die oft liebvoll als Broken Beats, Future Jazz und Downbeats bezeichnet werden. Genau deshalb ist er seit 1996 ein Sure-Shot-Lieferant und Garant beim Plattenkauf.

Nun wagt er den Schritt ein komplettes Album zu basteln auf dem er seinen prägnanten Soundstempel aufdrücken kann und trotzdem Platz für Vocals lässt. Das hätte man sich auf dem 2001 Vorgängeralbum „Labfunk“ nicht immer vorstellen können. Dort setzte er die Prioritäten auf die Erforschung bisher unbekannter Beatwelten. Das nun auf „Full Circle“, seinem neuen Album der experimentelle Funk fehlt, konnte wohl niemand wirklich glauben. Die Wirklichkeit bzw. das Endresultat zeigt einen Sound, der wie er selbst sagt, einfach reifer klingt. In diesem Fall meint er, dass hier Songwriter-Qualitäten miteinfloßen und damit für seinen oft rein cluborientierte Musik eine wirklich neue Stufe darstellt. Diese Herausforderung hat er gemeistert. Die ersten Stimme sprachen von „universal future soul“ oder „instand classic“. Lassen wir diese oft aus dem eigenen Dunstkreis rausgeschoßenen Beweihräucherungen mal weg und lassen uns nur einfach in den Sound von „Full Circle“ fallen ist es das was man als durchdacht, detailverliebt und hochgradig sexy bezeichnen kann. Analog zu seinem Kollegen Charles Webster ist House Music das Fundament und der Background zu dem er immer wieder zurückkehrt bzw. innerhalb derer Welten er neue Räume baut. Am deutlichsten wird auf den Kollaborationen mit Clyde („I forget you“) und dem ewigen Robert Owens („Love someone“) auf denen er seiner großen Liebe wieder vermehrt nachgibt. Auch wenn das Album als Gesamtpaket irgendwie ein Gefühl versprüht mit der aktuellen Situation von Club-R’n’B sehr unzufrieden zu sein und einen Gegenentwurf anbieten will. Es seit hier noch mal deutlich gesagt: Dieses Angebot annehmen! Unbedingt.

Peter Hagen

Veröffentlicht am

2 Kommentare

  1. Hmmmmmm………..die Platte ist, wie hier schon geschildert ganz nett.
    Allerdings habe ich Sie schon letzten Sommer gehört. Sie ist 2007 erschienen.

    Atjazz – Full Circle
    Label: Mantis Recordings
    Catalog#: MANTCD 006
    Format: CD
    Country: UK
    Released: 04 Aug 2007
    Quelle…………..Discogs

    http://www.discogs.com/release/1114719

    Trotzdem Danke für die tollen Rezensionen………..sind eine echte seriöse Orientierung für den Musiksuchenden.

  2. Bootleg ging da schon etwas länger herum, hab das Teil auch schon vorher gehört. Aber zumindest das Plattenlabel sagt, dass es für den ganzeuropäischen Markt am 08.06.2008 released ist.

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