Review

Atjazz feat. Dawne B – Parallels

Atjazz: Paralells (Jazzanova & Charles Webster Remixes)

Release der Woche:

Der Engländer Martin Iverson ist ein passionierter Produzent dem es an Reputation innerhalb der Szene nicht fehlt. Er stellt auch irgendwie ein Paradebeispiel da, für jene genialen Klangjongleure die wichtige Strömungen, ja sogar prägende Epochen der Clubkultur mitgestalten und erst später, vielleicht zu spät dafür gehuldigt bzw. bestätigt werden. Iverson gehört zu dieser Zunft. Das sei schon mal voraus geschickt.

In einem eklektischen Zirkel, immer in der House Music verankert, ist er eine Schlüsselfigur. Unter dem Pseudonym Atjazz erfindet er scheinbar spielerisch leicht die Welt eines ganz eigenen, zeitgenössischen Clubgrooves, der überall funktioniert, ja sogar überall harmonisch landen kann. Atjazz definiert sich über seine musikalische Reichhaltigkeit. Diese Tugend hat ihm den Ruf einbracht einer der wenigen zu sein, die die Einflüsse Jazz, Funk, Boogie (Disco), HipHop und Soul perfekt in Club-relevante Beatsphäre einbauen können. Das demonstriert er nicht nur seit Jahren auf seinen unzähligen Remixarbeiten (Rae & Christian, Jazzanova, Slope, Obliqsound), sondern auch auf seinen eigenen Produktionen. Die offensichtliche und immer wieder gern betonte Affinität zu beseelter House Music weicht oft in die Seitenstraßen aus – die oft liebvoll als Broken Beats, Future Jazz und Downbeats bezeichnet werden. Genau deshalb ist er seit 1996 ein Sure-Shot-Lieferant und Garant beim Plattenkauf.

Weil sein vorzügliches, aktuelles Album „Full Circle“ mal wieder sträflich vernachlässig wurde, versucht der Brite nun über die DJs, denn sie sind hier primär angesprochen, seine Musik zu verbreiten. Was könnte das besser funktionieren, als Remixe anfertigen zu lassen. Auf der vierten Auskopplung seines aktuellen Release verabredet er sich mit Dawne B.(Vocals) zum Monatshighlight in Sachen „soulful dancefloor feeling“. Die zwei House-Nummern bekommen einen neuen Anzug von Charles Webster und Jazzanova, welche beide den direkten Weg auf die Tanzfläche fordern. Jazzige Sequenzen treffen auf eine deepe, melodiöse Houseklangschaft, welche in beiden Fällen zu der Kategorie „Must have“ gezählt werden sollte. Late Night Ride – Watch out!

Peter Hagen

Veröffentlichung ist DIGITAL ONLY. Kein Vinyl. Weil es aussergewöhnlich gut ist, trotzdem hier die Review.

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