Review

Audio88 & Yassin – Halleluja

Audio88-Yassin-Halleluja-Album-Cover

Review:

„Was für Half-time, was für Uptempo? Da wo ich her komm nennt man Trap immer noch Techno.“
Yeah, die beiden Berliner Rapper Audio88 und Yassin legen zu ihrem letztjährigen Überflieger-Album „Normaler Samt“ nach und veröffentlichen „Halleluja“. Diesmal wird Torky Tork an der MPC durch weitere namenhafte Produzenten wie Dexter, Fid Mella und Maces Treem unterstützt. Dazu kommen die Cuts wie immer von Ecke Prenz Mitglied Braque.
Den Einstieg macht der Titelsong „Halleluja“, auf welchem Audio88 sich über ein Brett von Dexter mal wieder über die Fehlgriffe der Gesellschaft auskotzen darf. Gehatet wird hierbei alles zwischen lauten Tastentönen, Sportbeuteln, Döner in der Bahn und Ikea Tribals an den Wänden, also ganz die bekannte Mentalität der Beiden. Jedoch ist auch „Halleluja“ wie sein Vorgänger um einiges zugänglicher als die früheren Werke der zwei leidenschaftlichen Pessimisten, was u. A. auf die Veränderung von Audios kryptischen Flow hin zu konventionellerem Rap zurückzuführen ist. Womit ich noch lange nicht sagen will, dass die beiden im Mainstream anzusiedeln sind.
Ein persönliches Highlight ist für mich das vierte Lied „K.R.A.U.M.H.“ mit einem Gast-Part von Schaufel & Spatens Meisterspitter Doz9, gefolgt von einem unglaublichen Farhot Beat auf „Gnade“. Mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus werden darin zuerst Floskeln und Grammatik auseinander genommen, bis Yassin sich auf eine Stufe mit Jesus stellt und Nico (KIZ) noch einen Fick-deine-Mutter-Part einwirft. Hierdurch wird die konstante drohender Zeigefinger Attitüde des Albums konsequent weitergeführt und mit Engelstrompeten allen Ungläubigen ein gesegnetes aber baldiges Ableben gewünscht. Auf die Spitze getrieben wird dies zudem auf Audios zweitem Solotrack „Weshalb ich Menschen nicht mag“.
Alles in allem wird „Halleluja“ wieder nur eine bestimmte Hörergruppe ansprechen, doch es werden bei weitem nicht nur misanthropische Lines raus gerotzt, sondern auch wieder aktuelle politische Themen angesprochen und deutliche Ansagen gegen rechts unter der Kutte hervor gebracht. Also genau das richtige Album um mal wieder Frust abzubauen und sich mit einem Lächeln auf den Lippen über den allgemeinen Schmutz aufzuregen. Amen!

Text: Henrik Hu


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