Es gibt Musik-CDs, die sind voller Widersprüche und gerade deshalb richtig gut. Karibische Klänge mitten aus Wien? 15 tanzbare Stücke auf einem Album, das „Du kannst nicht tanzen“ heißt? Kein Problem für das österreichische Ensemble B Seiten Sound. Die zehnköpfige Band bietet eine Menge Songs aus dem Bereich Reggae, Roots und Dub gemischt mit HipHop.
Percussions, Bläser und kurz gespielte Gitarren bestimmen den Sound. Es gibt diverse Instrumental- oder mit Riddims unterlegte Stücke, mal stramm und mal lässig. Dazwischen präsentieren sich Songs mit deutschsprachigem Rap oder Gesang. Besonders gelungen sind „Feel U“ oder „Alte Liebe“, die stilistisch Richtung Gentleman gehen und durchaus radiotauglich sind, auch wenn „Rubik’s Cube“ wohl in unserem Nachbarland der Renner ist. Innerhalb des Genres ist der B Seiten Sound durchaus facettenreich, aber insgesamt sind sich doch alle Tracks des Albums recht ähnlich. Es gibt kaum Ausreißer oder Überraschungen, außer vielleicht das allerletzte Stück „Rubik’s Doob“, das ungewohnten und sehr angenehmen Lounge-Charakter hat. Immerhin ein willkommener Widerspruch zum Alpen-Klischee.
Regina Sommerfeld