Musik ist die wohl beste Methode schnell und direkt in den winterlichen, oft tristen Monaten an ein sonniges Gemüt zu gelangen! Wo das Reisen in wärmere Gefilden oft einfach daran scheitert, dass die Post-Rezessions-Phasen, auch als chronischer finanzieller Engpass weltweit bekannt, auch in den Taschen des deutschen Mittelstands sich breit machen, sollte der Arzt deines Vertrauens dir einfach eine Rezept zum Kauf dieser Platte schenken – denn diese vorzügliche Zusammenstellungen von Remixen für den Bahama Soul Club, sorgt sofort und ohne riskanten Nebenwirkungen (Zappeln, Dauergrinsen) für ein wohliges Gefühl und wirkt fast besser als eine Antidepressiva. Das liegt vor allem an der Rundrumversorgung der Auftragsarbeiten. Die latinesken Grundbasis der BSC-Songs wird mal sehr entspannend-loungig (Acusmatic Group), ansteckend funky (Quincy Jointz, Valique, Mash & Munkee), mal mit mehr Nu-Jazz-Charakter (Renegades of Jazz) aufgepimpt. Die Platte biete auf 14 Songs auch 14 verschiedene, individuell sehr hochwertig und kreativ bearbeiteten Remixarbeiten. Dabei wird das Gesamtbild sehr bunt und zu einem chilligen wie tanzbaren Soundkaleidoskop aus den Downbeat- Klangfarbspielen Jazz, Afro, Latin, Reggae, Funk und die minimale Portion Electronica. Diese Scheibe auf das Kaffeehaus-Potential zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht werden. Schon allein die Vielfalt und die tanzflächenbetonten Werke haben mehr als internationalen Standart und bringen uns zu Jahresbeginn ein wirkliches Highlight.
Peter Hagen