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Basstard – Meister der Zeremonie

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Review:

Rap-Urgestein Basstard meldet sich mit seinem Album „Meister der Zeremonie“ zurück und präsentiert damit seine innere dunkle Seite. Genau so kommt die Platte daher. Düster, melancholisch und psychodelisch. Ein Album, das mit klanglicher und stimmlicher Vielfalt auftritt und gleich mehreren Genres zugeordnet werden kann. Von Horror, über Hip Hop bis zum Pop ist alles vertreten. Verglichen mit seinem letzten Album Zwiespalt (Weiss), wirkt Basstard deutlich aggressiver und kräftiger. Auf „Meister der Zeremonie“ kriegt der Hörer auf 20 Tracks zu spüren wie Vielfältig Basstard ist, wenn er zwischen Pop mit Gesang und Hip Hop mit Flowvariationen wechselt.

Schnell entsteht der Eindruck, Basstard habe beim Schreiben der Parts mit einem langen Umhang zwischen Kerzen gesessen und Okkultismus ausgelebt. So klingen auch die Namen der Tracks. Entzünden, Dämon und Auslöschen klingen beim ersten Lesen stark nach Horror und Dunkelheit. Auch beim ersten Hören wird dieser Eindruck untermauert. Mit kräftigen und epochalen Beats schafft Basstard eine perfekte Atmosphäre. Diese unterstreicht er zusätzlich mit düsteren und nachdenklichen Texten, die meist in den Hooks in Gesang gipfeln der von epischen Beats und Fanfaren unterstützt werden. Die Texte sind stark von Tod und Zeremonien beeinflusst, was Basstard auch stimmlich mit viel Power und rauer Stimme bekräftigt. Sanfte Passagen sind eher die Ausnahme. Überraschend angenehm und gekonnt klingen Passagen in denen Basstard auf Doubletime setzt. Die Texte lassen darauf schließen, dass er beim Schreiben viel über sich und die Welt nachgedacht hat und tief in sich gegangen ist. Basstard geht mit „MDZ“ auch auf die Suche nach Antworten auf die Fragen des Lebens, welche er tiefsinnig der Gesellschaft stellt. Diese verarbeitet er mit metaphorischen Bildern, die einen Einblick auf sein Innenleben geben. Seine Texte, in denen er auf religiöse Sprache setzt, beweisen eine große Eloquenz und bereiten eine angenehme Hörerfahrung. Ab Mitte des Albums wird Basstard sanfter und intimer mit den Texten. Außerdem kommen Tracks mit mehr Pop-Einfluss und Gesangspassagen dazu. Als Features sind auf dem Album unter anderem Prinz Pi, Kontra K, Sido, Ozan, Indira Weis oder die Bass Crew vertreten, welche mit starken Gastparts für eine textliche angenehme Abwechslung sorgen.

Abschließend bleibt festzuhalten dass Basstard mit seinem neuen Album eine abwechslungsreiche Platte geliefert hat, auf der er vielfältige Texte und Themen präsentiert, die er alle eloquent und mit Wortwitz abarbeitet. Von aggressiven kraftvollen Passagen bis zu nachdenklichem Rap ist alles vertreten und macht „Meister der Zeremonie“ damit zu einem guten Stück Musik, welches man sich gern mehrmals anhört.

Text: Kevin Berg


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