Review

BBNG – IV

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Review:

Vor etwa fünf Jahren traten die kanadischen College-Jungs von BBNG in die große Öffentlichkeit und schnell fanden sie Unterstützung von Odd Futures Tyler, The Creator. Die junge Jazz-Band war noch zu dritt, Drummer Alex Sowinski trug eine Schweinemaske und sie interpretierten hauptsächlich Instrumentals von MF Doom, Nas, J Dilla, ODB und weiteren neu.
Nun sind sie etwas älter geworden und nach dem letztjährigen Album „Sour Soul“ mit Ghostface Killah bei ihrem vierten Solo-Werk angelangt, zudem haben sie sich zu einem Quartett erweitert. Verstärkung kommt durch den Saxophonisten Leland Whitty, der sich nahtlos in die Band einfügt.
Hierdurch macht „IV“ konsequent dort weiter, wo das erste richtige Album „III“ aufgehört hat. Der Sound klingt etwas dichter und es sind auch mehr Gesangs-Features eingeladen. Jedoch lassen sich die Musiker noch genug Platz für Soloeinlagen und zeigen weiterhin, dass Jazz auch nach vorne gehen kann. Badbadnotgoods Mischung aus Hip-Hop mit Dave Brubeck, John Coltrane, Herbie Hancock und Co funktioniert einfach und ist meiner Meinung nach schon lange zu etwas Größerem herangewachsen als nur ein Jazz-Ersatz für Hip-Hop Heads. Dies zeichnet sich u. A. durch ihre Experimentierfreudigkeit, die große Bandbreite an Einflüssen und die komplexen Songaufbauten aus.
Gefallen hat mir auf „IV“ zum Beispiel das recht klassisch gehaltene „Time Moves Slow“ mit Sam Herring von Future Islands und das darauf folgende Confessions Pt II, bei welchem ich irgendwie direkt an Filmszenen aus der Trantino Ecke denken muss. Etwas ruhiger kommt dagegen „Chompy’s Paradise“ daher, wobei auf dem Titeltrack danach wieder direkt wild gejammt wird und vor allem Matthew Tavares zeigt was er so alles aus den Tasten heraus kitzeln kann. Zudem werden auf „Cashmere“ sehr schön Bossa-Nova Einflüsse an den Percussions mit einbezogen und ich hätte glatt vergessen zu erwähnen, dass auch Überproducer Kaytranada sich auf einem Track mit dazu gesellt.
Insgesamt ist das neue Album die logische Weiterentwicklung der Band und da ich diese seit ihrer grandiosen Earl Interpretation (übrigens auch schon mit Leland Whitty am Sax) feier und verfolge, geht mir „IV“ auch mehr als gut runter…Weiter so!

Text: Henrik Hu


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