Aus einem Club wurde 2005 ein Label. Das was hier beim auflegen als superb empfunden wurde, sollte auch als Plattform für Veröffentlichungen dienen. Nachdem 2008 die Produzenten- und DJ-Grössen Ron Trent und Jerome Sydenham die erste „Need 2 Soul“-Compilation zusammenstellten- und mixten darf man jetzt schon von einer musikalischen Instanz sprechen, die man nicht mehr missen möchte. Selten hat ein Sampler für soviel Aufregung gesorgt. Deepe und beseelte House Musik von früher bis heute – ein Konzept das vorher schon einige versucht haben umzusetzen, jedoch lange nicht so gut gelungen war.
Der zweite Streich steht in der Qualität nichts nach. Dafür stehen die zwei Namen der Compiler. Benji B. ist mit seiner BBC-Deviation-Radioshow und als eklektische DJ-Universalwaffe einer der über alles was zwischen Klassiker und Untergrund läuft bescheid weiss. So zeigt er Fingerspitzengefühl, Kenntniss und Vielfalt auch in diesem Mix. So verbaut er lässig Ame’s „Hydrolic Dog“ mit Serious Intension’s „You don’t know“ und zeigt Carl Craig’s Liebe zu Afrika und Detroit neben Remixen von Maurice Fulton, Chateau Flight & Larry Levan. Dazu zeigt er mutig dass Bobby Womack’s „Conscious of my conscience“ zeitlos schön auch hier hinein geflochten werden kann.
Den zweiten Mix bastelt die Houselegende von Glenn (Crocker) Underground. Sehr entspannt und durchtränkt mit Oldschool-Spielereien. Der Masters at Work-Remix von Misia’s „Melody“ sticht hier etwas hervor. Crocker zeigt die im Zeitalter es Techhouse oft vergessene Verbindung zwischen elektronischer Musik und Soul. Zwischen Phil Asher, KDJ und Louis Vega darf man vor allem Allen Hoist’ „With Love“ hier mitsingen. Wundervolle Compilation, mehr bleibt nicht zu sagen.
Peter Hagen