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Bennson: Let The Love

Bennson: Let The Love

Erinnert sich noch jemand an die anstreckende Euphorie in der Musik von Chaka Khan oder Georg Benson, wie sie zwischen Ende der 70er und den 80er sehr populär war? Eine Zeit in der die musikalischen In-Faktoren vom Hipster-Funk aus den 60er Jahre lange gelöst hatten und den kunterbunten Disco-Zirkus hinter sich ließen, wurde in den lebensbejahenden und unkomplizierten 80s-Boogie alle Hoffnung gesetzt Mainstream-Pop nicht dem New Wave zu überlassen. Oft sehr geschmäht, für seine cheesy Oberfläche, gehört Boogie nach wie vor auf die Tanzfläche und die Karton mit den Kassetten der Gute-Laune-Musik. Retrospektiv geben ja nicht viele 80s-Kids zu, dass dieser Sound einfach eine Klasse für sich war und immer noch ist. Übergeht man mal diese Barriere, haben wir mit 80s-Boogie eine Kombination aus Soul und Disco und Pop, die eingängig-melodiös und einfach kalkuliert das Ziel verfolgt, den Hörern, respektiv Tänzern eine gute Zeit zu schenken.

Der Australier Ben Grayson fühlt diesen Groove, diese Zeit und diesen Style nicht nur – beherrscht ihn perfekt. Bei einigen, wirklich imponierend authentischen Boogie-Hymnen neigt man sogar dazu, diese in eine Zeit vor über 20 Jahren einordnen zu wollen. Sie hätten sich damals in die Herzen vieler gespielt und wenn man das Album „Let the Love“ hört, weiss man nicht, was eigentlich dagegen sprechen soll, es nicht zu kaufen. Dieser Mann hat natürlich ganz viel Soul und ein weiss sehr wohl, wie man zwischen der Boogie-Euphorie geschmeidige Jazz und Funk-Sequenzen einfließen lässt. „What ever it is“ oder „Accidental Love“ werden dort wie eine Bombe aus der eigenen Jugend zünden, wo sie dafür Nährboden finden werden. Überall anders, wird man den Vibe, der hier unmissverständlich vermittelt wird, fühlen. „Fly High“ könnte sogar von Roy Ayers sein – und das ist wohl das größte Kompliment, dass man dieser Platte machen kann und auch definitiv muss. Dieser Track steht auch Pate dafür, dass man den switch in die zeitgenössischen Soundkollagen souverän schafft.

Peter Hagen

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