Also ersma: Es heißt nicht „Sesel“ wie etwa Esel, sondern „Sesselll“, so etwa wie Michelle. Das ist ja auch Französisch und die Sprache der Bourbonen ist wohl eine Mutter von Kreolisch – und Sesel ist Kreolisch und heißt auf Deutsch Seychellen. Tatsächlich ist Bergitta Victor in dem kleinen Inselparadies im Indischen Ozean geboren, aber aufgewachsen in Tansania und der Schweiz. Kein Wunder, dass Fräulein Bergitta auf ihrem Debütalbum drei Sprachen featured: Kreolisch (auch Selwa oder Seloi genannt), Deutsch und Englisch. Ähnlich vielgestaltig ist ihre Musik: Pop, R’n’B, Loungejazz, World Music, ein bisschen Chanson. Bergitta Victor hat eine im positiven Sinne „kleine“, sympathische Stimme, kann aber auch Emotion und Drama rüberbringen. „Soul muss nicht unbedingt schwarz klingen“ meint sie. Und da hat sie absolut recht, zumal mit einer ausgezeichneten, sehr variablen Band im Rücken. Man wird von Bergitta Victor, sie lebt jetzt in Berlin, sicher noch viel hören – in welcher Sprache auch immer!
Jo Neckermann