Review

Bif Naked: The Promise

Bif Naked: The Promise

Warum kriegt Beth Torbert aka Bif Naked, die in ihrer Heimat Kanada ein veritabler Superstar ist, in Germany kein Bein auf den Boden?

Vielleicht weil die gebürtige Inderin einfach nicht das richtige Futter für die öffentlich-rechtliche Samstags-TV-Unterhaltung ist? Zu punkig – das ist Pink auch! Vom Brustkrebs stigmatisiert – da kann Anastacia auch ein Lied von singen! Bi – Madonna lacht da drüber!

Vielleicht ist ihre Musik einfach zu rockig für das Mainstream-Publikum. Ja, R-O-C-K ist die Essenz von Bif Naked. Eine hochkompressierte HiGain-Gitarre, die aber auch jeden Ansatz von Originalität in ein prolliges schwarzes Lederkorsett zwängt, Aggression, die Reflektion niederbrüllt, so ist leider Rock, muss er sogar sein. Aber für „Wetten, dass…“ ist das nun mal nix… Bif Naked hat noch während ihrer Chemotherapie mit der Arbeit an diesem Album begonnen und damit ein Versprechen gegenüber ihren Fans eingelöst. Moderne, aber niemals avantgardistische Songideen, eine erdige, aber nicht altbackene Produktion, Balladen, die nicht kitschen: Man möchte es der 38-jährigen beinahe gönnen, mal für einen Samstagabend zu Gottschalk nach good old Germany zu fliegen.

Jo Neckermann

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