Manch ein Traum für alle HipHop-Hörer die auf Indie-Rap steil gehen ging in Erfüllung als Big Tone die „Is it?!“-Single von Westküstenrapper Lacks (aka Ta’raach) formte. Das Projekt C.R.A.C war die weitere, viel beachtete Folge. Mitverantwortlich für den musikalischen Background war Big Tone. Einigen mag dieses Schwergewicht auch noch mit seiner ersten Single „Party Crusher“ aus dem Jahr 2002 in Erinnerung sein. Der Detroiter Produzent und Rapper macht seit über fünf Jahren sein Ding.
Raps und Beats von ihm konnte man bereits auf Phat Kat „The Undeniable“ und Ta’Raach „The Fevers“ bewunderen. Mit Slum Village Elzhi rappte er auf dessen “Where it all begins“ und machte vor vier Jahren schon klar, dass er ein Teil dieses großen und unfickbaren Detroit-Komplexes sein möchte. Was er letztes Jahr auf Shawn Jackson’s kleiner Hymne „Maan’s up“ noch mal unterstrich. Sein wahres Talent und Potential zeigte er dann auf dem sträflich vernachlässigten Debütalbum „The Drought“, dass auf ABB Records veröffentlicht wurde. Vielleicht macht Big Tone auch so eigenständig und besonders, dass er nicht direkt aus dem Dunstkreis des Säulenheiligen Dilla stammt, dessen Vision an Beats jedoch durchaus in seinen Sound einfließen ließ.
Auch wenn Gerüchte behaupten, er sei an der Entstehung von „Welcome to Detroit“ dabei gewesen. Auf seinem neuen Album „The Art of Ink“ zeigt er deutlich, dass keine Angst hat, die Einflüsse vom klassischen Motown und heutigem R’n’B mit den härten Beats zu mischen. Der Track „The Look“ zeigt auch seine Liebe für Laid-back-Sounds von der Westküste.
Sein Zweitwerk ist ein Album wie aus einem Guss. Das hier zu findende Stück „Pedigree“ mit einem weiteren stattlichen Gastfeature von Guilty Simpson sollte man hier massiv rotieren lassen, weil es Langlebigkeit garantiert. Dort wo der allseits beliebte Black Milk etwas progressiver und forscher rangeht, darf man Big Tone durchaus vertrauen, wenn es um die Kombination von guter und geschmeidiger Klangwelten und den Kampf der Bedeutungslosigkeit von Musik in der Formel der Massentauglichkeit geht. „A song called triumph“ mit dem neuen kalifornischen Indierapkönig BLU, sollte in jede iPod-Playlist des Monats. Xavier und Curse hatten schon recht: Rap ist Soulmusik. Diese Scheibe beweißt da mal wieder dicke.
Peter Hagen