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Blockhead: The Music Scene

Blockhead: The Music Scene

New York liegt schon seit Jahren nicht mehr im großen Fokus der HipHop-Gemeinde. NYC ist und bleibt die Geburtsstätte dieser Kultur. In den 1980ern und 1990ern entstanden hier Meilensteine. Keine Stadt hat mehr Stars für den HipHop geboren als der Big Apple. Das wird gerade dieser Tage, wo der dreckige Süden das Non-Plus-Ultra ist, gerne mal vergessen. Dass aus der Ostküstenmetropole aber nach wie vor derber Sound kommt geht gerne mal unter weil die Massenmedien und die aktuelle HipHop-Generation lieber nach Housten und Miami schaut. Letztlich muss jeder für sich selbst definieren, was der heiße Scheiss der Stunde ist und was auf seinem tragbaren Musikabspielgerät oder eben auf dem heimischen Vinylteller landen soll. Ein Vorschlag dafür wäre sicherlich der Produzent Tony Simon, der unter seinem Alter Ego Blockhead dieser Tage sein drittes Album „The Music Scene“ veröffentlicht.
Traditioneller, sample-lastiger Eastcoast-Sound der in Premo & Pete Rock-Manier aus der MPC rausgepumpt wird ist und bleibt wohl die Hauptinspiration von Blockhead, was er vor allem aus seinem Debüt zeigte. Auf dem neuen Werk hört man deutlich, dass seine Sozialisation mit den Classic-Beatschraubermajestros seine Basis bildet, jedoch seine Weiterentwicklung nicht stoppt. Spielereien mit Ableton Live bringen neue Möglichkeiten Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das hört man auf dem neuen Werk, dass sich, wie alle Instrumental-Alben des Genres, mit alten Meisterwerken (DJ Krush, DJ Shadow, DJ Vadim) und neuen Downbeat-Reisen (Bonobo) messen lassen muss. Was er mit den vier Arbeits und Ethik-Kollegen gemeinsam hat, ist dass er mit seinen Sample-Exkursionen Atmosphäre schaffen kann und Räume bilden sowie aufreisen kann. Auf „The Music Scene“ ist Blockhead auch etwas ruhiger, oder wie man in Neudeutsch sagt „chilliger“, geworden. Seinem Anliegen, mit „Musik ohne Worte eine Geschichte zu erzählen“ wird er mit jedem Ton gerecht. Dabei dienen ihm Quellen wie spaciger Rock, gemütliche Elektronica oder Blaxploitationsfilme um sich den Visionen hinzugeben die einst von „Smoker’s Delight“ (DJ Ease aka Nightmare on Wax) als wunderbares Sprungbrett in neue Sounddimensionen installiert wurden. Dabei ist das alles sehr zurückgelehnt und geht nie soweit, dass die Kunst so progressiv ist, dass es auf Dauer wehe tun würde – wie es bei dem Kollegen El-P (Company Flow) oder auch teilweise beim Wunderkind Flying Lotus aktuell der Fall ist. Großes (Kopf-)Kino!

Peter Hagen

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