Durch die Comic-Trilogie und weitern hochwertigen Platten und Mixtapes der letzten Jahre hat Duckdown Records eine wahre Wiederbelebung erlebt. Man kann sogar von einem nie da gewesenen Hoch sprechen, dass aber nicht von ungefähr kommt. Diese 9-Köpfige Crew aus Brooklyn steht wie keine andere Künstlergruppe für den dreckigen, roh gebliebenen Strassenrap der Ostküste. Im Gegensatz zum wieder erstarkten Wutang-Clan gab es kontinuierlich stabil starke Releases der einzelnen Mitglieder, sowie immer stärker werden Bühnenpräsens in Europa, Japan und den USA. Dies alles ging sogar soweit, dass Sean P. zu einem der Lieblings-MCs der Undergroundbewegung aufstieg und beachtlich Verkaufserfolge und Pressekritiken vorweisen kann. Die Kooperation von Chefstyler Buckshot mit dem Produzenten 9th Wonder stand in dem nichts nach. Die Jungs sind immer noch hungrig. Und das macht den Unterschied zu vielen anderen, aktuellen Rapkünstlern in den USA.
Nach all den Jahren scheint es eine wahre Renaissance für diese zeitweise sehr in den Hintergrund gerückte Kunstform zu geben. Im Gegensatz zu Kollegen von M.O.P oder Pharaohe Monch haben sie nie wirkliche Labelschwierigkeiten gehabt. Sie waren immer autonom in ihren Veröffentlichungen und damit auch frei von Beschränkungen in ihrem kreativen Wirken. So haben sie nicht nur ihre eigene Nische geschaffen sondern, noch wichtiger, sie bewahrt. Ihre Kritiker werfen ihnen vor, nicht mehr wirklich den Sound der Straße New Yorks zu präsentieren. Da frag man sich als Außenstehender, ob man mit der derben Eastcoast-Nostalgie und den unverblümten Streetraps der Boot Camp Clikkers nicht mehr Originalität bekommt als peinliche Dirtysouth-Annäherungen? Das sollte jedoch jeder für sich entscheiden – die reiche Schar an Fans werden mal wieder dankbar dafür sein, dass sie durch solche Releases noch die Wahl haben. So bleiben Smif’n'Wessun, Heltah Skeltah & O.G.C lyrisch und raptechnisch wie gewohnt über jeden Zweifel erhaben. Ihre Musik ist gewohnt dick produziert von den üblichen Bekannten: Pete Rock, Large Pro, 9th Wonder sowie der kanadische Newcomer Marco Polo, Geheimtipp Nottz und Coptic. Noch Fragen?
Peter Hagen (Jazzriots)