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Boozoo Bajou: Coming Home

Boozoo Bajou: Coming Home

„Wie soll denn jemand ernsthaft bei dieser Flut an Compilations durchblicken?“ Solche oder ähnlich Aussagen hört man immer öfters. Letztlich ist es jedoch auch in diesem Segment so, dass man die Spreu vom Weizen trennen kann. Es ist doch so, dass gerade hier die Qualität steht und fällt mit dem Compiler. Die Fähigkeit des „Zusammenstellens“ ist nämlich eine Kunst für sich und letztlich hört man einfach ob dahinter Leute standen, die etwas von der Materie verstehen. In diesem Fall muss man ja eine Lanze für die DJs brechen. Sie sind die „Insider“ die man für spannende Soundexkursionen braucht. Wenn ein Compiler nun auch noch die Aufgabe erhält, die Musik passend zu einem bestimmten Überbegriff oder Thema zu suchen, kann das viele überfordern – jedoch auch wirklich exquisite Klangerlebnisse zu Tage bringen. Das Label Stereo Deluxe hat für eine weitere Folge ihrer Reihe „Coming Home“ nach Tim Lee, Nouvelle Vague und Nightmare on Wax nun die Jungs vom legendären Downbeat-Duo Boozoo Bajou verpflichtet – und dabei einen weiteren Volltreffer gelandet. Geschmeidig mixt das Produzenten- und DJ-Duo aus Nürnberg hier ein Soundgemisch das man sofort unter „Wellness-Elektronika“ verbuchen kann. Bekannt durch ihre drei Alben und unzählige Remixes legen die beide hier jedoch nicht eine Best-Of ihrer eigenen Werk auf, sondern switchen zwischen deepen Housetracks, extrem zurückgelehnten Downbeats und jazzig-luftigen Neo-Disco und Techno. Boozoo Bajou verwursteln jedoch nie ihr eigenes Soundverständnis und haben immer die gewissen Portion Dub, Reggae und Worldmusic im Hintergrund. So findet man hier epische Stücke wie Hendrik Schwarz’s „I exist because of you“ oder Soulphictions „Soulprint“ neben grandiosen Hybriden wie Motor City Drum Ensembles „Raw Cuts“ oder ihrem eigenen Reggae-Bomber „Killer“. Nach Hause kommen kann so schön klingen!

Peter Hagen

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