Es gibt wenige Künstler die in den letzten Monaten soviel Wind gemacht haben wie Boys Noize. Der Hamburger DJ ist überall. Kaum eine Playlist eines DJs der elektronische Musik spielt beinhaltet nicht seinen Tracks oder Remixe. Der Junge ist on the run. Als Plattenleger ist er einer der meist gebuchten DJ des Globus. Seine nicht endende Gigs-Liste auf seiner Myspace-Page deutet das ziemlich massiv an.
Es ist schwer an diesem agilen jungen Mann aus dem hohen Norden vorbei zu kommen und er baut weiter fleißig an einem Status des Genrestars wie man es heute eigentlich noch von A-Track kennt.
Neben seinen gern gehörten DJ-Sets überzeugt der Mann vor allem jedoch seit über fünf Jahren mit knackigen Electrobeats auf renommierten Labels wie Kitsune, Turbo oder International Gigolo Records. Von einem Rookie kann man also nicht mehr sprechen. Seine Remixe für Popacts wie Depeche Mode oder den Kaiser Chiefs haben seinen Name über alle Grenzen bekannt gemacht. Seine Bearbeitungen für Justice, Sebastian, Tiga, 2 Many DJs, Lützenkirchen und Röyskopp haben inzwischen bei viele den Kultstatus erreicht. Aktuell wertet er die elektronischen Popausflüge der Black Eyed Peas massiv auf. Es fehlt dem Aktivist nicht an Reputation und doch will er weiter seine Musik nach vorne treiben. „Power“ heisst sein neues Eisen im Feuer. Die darauf enthaltenen 12 Songs versuchen teilweise die Rohheit seines gefeierten Debüts „Oi Oi Oi“ weiter hoch zu halten („Starter“). Was ihn damals ganz schnell in die hoch gelobte Jubelecke mit Ed Banger brachte, wird hier jedoch nicht ganz durch gezogen. Auf „Transmission“ scheint er sich den Neunzigern genauer erinnern zu wollen wie auf „Nott“. Auf „Heart Attack“ zeigt er wie man Synthies im Kraftwerkmodus durch eine ganz eigene Atmosphäre jagt. Und wie schon zu Anfang der Platte auf den Stück „Gax“ vertraut man dem Electroianer blind, den er scheint zu jeder Minute zu wissen wohin er den Hörer führen möchte. Tief in der Technotraditon verankert kann dieses Album wirklich viel und irgendwie weiss man, dass das nur ein kleines Update des Schaffens von Boys Noize ist.
Peter Hagen