Review

Brandy: Human

Brandy: Human

Das was heute als R’n’B verkauft wird, ist eigentlich die Verbindung von melodiösen Pop und HipHop. Rhtyhm’n’Blues spielt hier keine Rolle mehr. Hier werden Hits geschustert, die Massen befriedigen sollen. Hier und da gibt es dann noch ab und an KünstlerInnen die den Konzeptschmieden der Musikndustrie etwas ihrer eigenen Integrität befügen können.
Letztlich ist es jedoch ein Markt der heiss umkämpft ist und scheinbar wöchentlich neue Sternchen zu Tage bringt. Ein passendes junges und gut aussehendes Sternchen, nach Möglichkeit mit einer im heimischen Gospelchor erprobten Stimme, wird hier gesucht. Dem entsprechend schnelllebig ist dieses Geschäft. Monica, Ciara, Rhianna, Beyonce etc. ein Liste fortzuführen würde den Platz sprengen. Was bleibt jedoch? Wer setzt sich immer wieder durch und vielleicht dem biologischen Alter hinweg? In einer Zeit, in der sich fast alles an dem Megaerfolgsrezept Timberland/Timberlake orientiert – sollte doch Individualität und die Fähigkeit sich immer wieder neu zu erfinden dafür sorgen, dass man aus dem Meer an R’n’B-Stars hervorstrahlt. Mary J. Blidge wird wohl deshalb als die Königin dieses Business gesehen.
Vier Jahren nach „Afrodisiac“kommt nun die Sängerin Brandy zurück. Mit 30 Lenzen ist sie nicht mehr im gewünschten Alter der Produzenten und Hitmaschinen. Was macht sie nun nach ihren Ausflügen ins Schauspiel/Comedy-Geschäft?
Sie versucht sich an einer altbewährten Formel: Sie holt Rodney „Darkchild“ Jerkins zurück. Mit dem Produzenten bastelte sie das Multi-platinumalbum „Never say never“ – vor elf Jahren.
Singen kann Brandy natürlich immer noch. Ihr samtige Stimme ist immer noch prädestiniert für diesen Job. Sie hat jedoch nicht das Problem mit dem Alter, sondern dass sie sich vorwerfen muss, dass hier einfach alles sehr steril und kalkuliert wirkt und eben leider nicht von anderen Produktionen abhebt. Da nutzt ihr es wenig dass sie selbst Songs oder mit Natasha Bedingfield geschrieben hat. In den USA wird sich das verkaufen, das scheint unüberhörbar – das wird jedoch kein Zeugnis für eine gute Platte sein – Brandy wird das aber glauben. Und sie wird auch auf zukünftigen Scheiben nichts ändern. Mit 25 Millionen bisher verkaufte Alben gehört sie zu den erfolgreichsten Künstler der USA – spannender und mutiger macht dieser Fakt ihre Musik jedoch nicht.
Peter Hagen

Veröffentlicht am

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>