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Brian Wilson: That Lucky Old Sun

Brian Wilson: That Lucky Old Sun

„That Lucky Old Sun“ ist eigentlich der Titel eines fast 60 Jahre alten Songs, aufgenommen unter anderem von Louis Armstrong. „That Lucky Old Sun“ ist aber auch ein(e) Konzeptalbum/Musikrevue, vor einem Jahr in London uraufgeführt vom einstigen Beach Boys Mastermind Brian Wilson, dessen „Pet Sounds“-Album noch nach 40 Jahren als Meisterwerk der Popmusik gilt. Und es sieht aus, als ob der Strand-Veteran, der vor Jahrzehnten wohl etwas zuviel von der kalifornischen Sonne abbekam und kräftig jegliche Peilung verlor, seinem Spätwerk ganz viel von jener naiven Magie und beiläufigen Genialität geben konnte, die seine frühen Werke auszeichnete. „Forever She’ll Be My Surfer Girl“ ist beispielsweise zum Weinen schön, auch wenn die Angebetete mit den Jahren zum (sicher nicht weniger liebenswerten) Walrösschen mutiert ist. Mancher Song („Mexikan-Girl”) wirkt US-Kabarettmäßig albern, bei „Oxygen To The Brain“ schielt Surrealismus a la Beatles um die Ecke und stimmlich ist der 66-jährige Brian Wilson halt kein Strandjunge mehr. Aber „The Spirit“ ist wieder da, die Band tight und die Sonne scheint hemmungslos über dem Shangri-La der ewig braungebrannten Mädels und Jungs. Für die bissigen Zwischentexte im typischen Beatnick-Idiom sorgte übrigens Van Dyke Parks, Co-Urheber des Wilson-Meisterwerks „Smile“. Fazit: Schönheit ohne Kitsch, Sonne ohne Mallorca-Akne, Hörgenuß ohne Reue…

Jo “Hey Joe” Neckermann

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