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Buckshot & 9th Wonder: The Formula

Buckshot & 9th Wonder: The Formula

“They did it again, only this time, much bigger“ – das ist natürlich eine Szene-typische Umschreibung eines HipHop-Künstlers, wenn er über seine neuen Projekte spricht. Oft wird hat das selbstverständlich nichts mehr mit der Realität, sprich dem wirklichen Endprodukt zu tun. Bei der Beschreibung zum erneuten Zusammentreffen der New Yorker MC-Legende Buckshot und dem umtriebigen Produzenten und Ex-Little Brother 9th Wonder ist das jedoch nicht so. Hier wird eine Symbiose weitergeführt, die 2005 auf dem Kollaborationsalbum „Chemistry“ für Duck Down Records zueinander fand.

Die musikalische Formel des Produzenten aus North Carolina, saftige laid back Boom Bap-Beats mit alten Soulsamples zu füttern hat ihm inzwischen in die oberen Ränge der beliebtesten HipHop-Beatschraubern geschossen. Seit seinem Beitrag („Threat“) zum legendären Black Album von Jay-Z ist der Mann mit der Liebe zum klassischen HipHop der goldenen Ära weltweit jedem ein Begriff der sich etwas tiefer gehender mit dieser Musik auseinandersetzt. Sein Werke für die Kollegen Big Pooh & Phonte oder Masta Ace („Good ol’ love“!!!), Murs („Hustle“) oder Sean Price („Heartburn“) dokumentieren seinen Stand innerhalb der HipHop-Gemeinde. Dazu ist er aktuell wieder präsenter als man denkt. Seine Beats für „Prepaired“ (Akrobat), „Gone“ (Chaundon) oder „Honey“ (Erykah Badu) bestätigen nur, dass er einer der beständigsten Beatlieferanten augenblicklich ist – auch wenn keine Christina Augilera oder Madonna mit ihm kooperieren. Der Underground liebt ihn, dass seht außer Frage. Jedoch hat er sich auch die Kritik gefallen lassen müssen, sich immer wieder zu wiederholen. Aber analog zur Produzentenlegende DJ Premier läuft es auf die gleiche Tour. Sie wieder holen sich oft, und in einem regelmäßigen Abstand veröffentlichen sie wieder unverzichtbares Klassikermaterial, auf das niemand verzichten will. Bei 9th Wonder ist das nun mit „The Formula“ passiert.

Die Magie, des HipHop der Marke Mitte der 90er versprühte, wird hier noch mal aufgefangen und unbeirrt weitergetrieben. Mit dem kongenialen Partner und Duck Down Chef Buckshot ist „The Formula“ wurde ein ästhetisches Manifest an HipHop-Kunst geschaffen. Selbst jeder HipHop-Liebhaber der modernern Entwürfe wird das hier fühlen. Man macht hier keinen Hehl daraus, dass es auch „retro und nichts als retro“ ausgerichtet ist. Diese Scheibe reiht sich nahtlos in eine Reihe von Szeneklassikern ein, die fast 15 Jahre zurückliegen. „The Formula“ klingt jedoch niemals verstaubt oder ausgelutscht. 9th Wonder baut ein musikalische, sehr entspannte, beseelte und gänzlich unspektakuläre Klangkonstellation, die Buckshot zu Höchstleistungen treibt, die man selbst auf den bessere Boot Camp Clikk-Alben so bisher nicht gehört hat. Buckshot gehört in dieser Form neben Black Thought und Krs One sicherlich zu den besten Lyricist New Yorks – jedoch auch zu dem wohl am meisten unterschätzten MC. Das alles passiert natürlich mit dem großen Hang zur Nostalgie. Weil allein die Stimme und der Flow von Buckshot für klassisches Material (Enta da stage) steht wie wenige andere, die heute noch aktiv sind. Zeitgemäß ist sicherlich anders, essentiell ist das jedoch definitiv. Ein kraftvolles Album, das aufgrund geerdeter Substanz gegen den Strom der Zeit schwimmt. Jeder Song ist eine Single aber kein Klingeltonsmasher. Keines der Songs ist eine richtige Auskopplung. Gleichbleibende und durchgängige Qualität der besten Sorte sorgt dafür dass „The Formula“, ergänzt mit den Gästen Talib Kweli, Raheem DeVaugh, Ladybug Mecca, DJ Jazzy Jeff, Keisha Shontelle oder Big Chops zu einer Langrille in einem Guss wird. Dominiert durch den geschmeidigen Rap von Buckshot kann man dass durchaus als Frühlings-Rap-Flavour favorisieren. Und ja, die die das als Backpacker-Mucke schubladisieren,werden hier wohl als Champions-Leaque-Anwärter feiern. Zu recht.

Peter Hagen (Jazzriots)

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