Review

Bugz in the Attic: Back in the doghouse

Bugz in the Attic: Back in the doghouse

Der Schmelztiegel aus HipHop, Drum’n'Bass, Funk und House definierten Mitte der 90er Jahre das achtköpfige DJ & Produzententeam “Bugz in the attic” neu. Eine ganze Welle innovative Beats rollte aus dem Westen London heran. Was im Untergrund jahrelange brodelte und über den kleinen 2-Step bis über den brachialen Garage-Hype wuchs – wurde dank kreativer Köpfe wie 4 Hero, Domu, UFO, Phil Asher oder eben den Bugz zum Broken Beat. Ein Genre war geboren und infizierte fast jeden, der “open-minded music” aufsog. So gross auch die Aufruhr (vor allem bei Freestyle-Djs war) so schnell war er auch wieder vorbei. Broken Beat war einfach keine Mucke für die Masse. Die wichtigen Freigeist-Radioaktivisten wie Michael Rütten, Gilles Peterson, Patrick Forge, Dirk Rumpf oder Benji B. das auf “Randgruppenbeschallungsphänomen” auf “heavy rotation”. Das brachte zwar viel Aufmerksamkeit, jedoch konnten auch sie den Vibe nicht hochhalten. Die Single “Booty LaLa” war dann noch mal 2005 der letzte grosse Auftritt des Allstar-Kollektivs.

Nun ist es nach all den Jahren passiert: Sie haben ihren ersten Longplayer fertig. Der Hype ist rum – der Sound ist aber immer noch Bombe. P-Funk-infiltrierte Electrosoul-Hymnen die von ihrer Struktur dem “Einmaleins-gucci-pop-handtäschche-r’n'b” auf den Kopf spuckt – und genau das ist der Rock’n'Roll an dieser ganzen Platte und macht sie so hot.

Endlich rockt mal wieder jemand ganz nach dem Oldschool-Motto “Don’t bite be original”. Wir haben zwar nicht mehr die Tage von dem grossartigen Bugz-Remix von 4 Hero’s “Hold it down” – jedoch tut es Beinen und Ohren gut – sie heute noch zu hören, wie sie an ihrem Idealismus bzw. Aktivismus festhalten und ihn weitertreiben – mit – das muss unbedingt gesagt werden: Immer noch verdammt gutem Groove.

Ein grosser Finger zeigt, zwischen ihren sehr 80s Disco und Funk belebten Sounds, eindeutig Richtung Tanzfläche. Und wer Besinnliches sucht – sollte hier Kehrtwende mache. Variantenreich sind die Bugz nicht. Das Album hat genau den Sound, für was das Kollektiv steht. Durchgehend Ärsche bewegend. Deswegen kann man beim besten Willen keinen der sechszehn Songs herausheben. Jedoch höchsten Partyalarm geben – auch für alle, denen das aktuelle HipHop-Kasperletheater einfach zu viel und langweilig wird. Believe me.

Peter Hagen / Jazzriots…

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