Byrad Lancaster: Funny Funky Rib Crib
Review:
Das holländische Freistil-Imprint Kindred Spirits veröffentlicht seit Jahren ein sehr, sehr weiteres Feld an Musik. Analog zu dem deutschen Label Compost ist es die simple wie anspruchsvolle Strategie, qualitative hochwertige Sounds den Menschen hier zugänglich zu machen. Hier handelt sich fast ausschließlich um Klangwelten, die im Mainstream nicht stattfinden. Die Niederländer wollen sich hier erst gar nicht auf ein bestimmtes Spezialfeld einlassen. Jazz, Funk, House, Broken Beats, Soul oder HipHop – sie haben ihren ganz eigene Sicht auf die Dinge. Und dafür darf man dankbar sein. Nach dem hervorragenden Releases von Rednose District, Theo Parrish, Peven Everett, Jackson Conti, Jneiro Jarel oder Kid Sublime startet nun auch noch ein weiteres Pferd im Rennen. Die passionierten Musikfreaks bringen in nächster Zeit eine ganze Reihe an Reissues heraus. Den Anfang macht der Jazzmusiker und Saxophonist Byard Lancaster (*1942) aus Philadelphia. Er selbst hat seine Musik mal so zum einordnen zu verstehen gegeben: „From A Love Supreme to The Sex Machine“ – Somit hätte wir eindeutig seine musikalische Sozialisation zwischen John Coltrane und James Brown vollzogen. Jazz, Soul und Funk als Einfluss zu nennen, ist jetzt nicht unbedingt etwas Seltenes. Byard Lancaster zielt jedoch mit seinen Werken und Kompositionen direkt in die Grauzonen der Musik die Freejazz atmet und doch Soul bzw. den klassischen Rhythm’n’ Blues nicht vergisst. Er selbst hat schon mit Jazzlegenden und Lichtfiguren wie Pharaoah Monch in den frühen 60ern die freien Räume ausgeleuchtet. In den 70ern nahm er in Paris ein Fülle an Musik (mit illustrierten Freunden wie Jeff Gilson, Sunny Murray, Bill Dixon, Larry Yound oder Sun Ra) auf. Aus dieser Zeit stammt auch dieses Aufnahmen von „Funny Funky Rib Crib“. Eine Scheibe, die all die Einflüsse zusammenbringt die Lancaster aufsaugen konnte. Dabei kooperierte er mit Francois Tusques (Le Nouveau Jazz), Francois Nyombo (Lafayette Afro Rock Band) oder Zizi Japhet. Diese Platte erschien ursprünglich auf dem obskuren Jazzimprint Palm Recordings und darf Rare Grooves-Fans weltweit jetzt noch einmal beglücken und mit seiner Definiton von Spirtualität und Freiheit, die Funkyness nicht ausschließt, noch ein mal scheinen. 12 Point, Netherlands.
Peter Hagen







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