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Candi Staton: Who's hurting now?

Review:

24 Jahre nach ihren letzten Veröffentlichungen ist es ein kleines, englisches Label namens Honest Jons Records die einen vergessenen Souljuwel zurück brachten. Galt Candi Staton zwischen 1968 und 1974 als „First Lady of Southern Soul“, weil sie in diesem Zeitraum in den Staaten 16 Hits in den Rhythm & Blues - Charts landen konnte. Die aus Alabama stammende Sängerin wuchs mit dem Gospel auf und strebte zunächst eine Karriere im hiesigen Kirchenchor an. Dort wurde sie entdeckt und blieb in den 50ern ihren Wurzeln treu und tourte mit Ikonen wie Mahalia Jackson oder C.L. Franklin. Einen Weg, der für spätere Soulsängerinnen nicht unüblich war.

Ende der 60er Jahre konnte sie ihr stimmgewaltiges Talent dann auch in zeitgenössischen Produktionen unter der Regie von Rick Hall unter Beweis stellen. Das Prägnante an ihrer kurzlebigen Karriere waren die Einflüsse und Fusionen. Hatte sie doch die größte Aufmerksamkeit für ihre Musik bei den Crossovern von Country und Soul. Die populärsten Beispiele hierfür sind ihr prämierten Coverversionen von „In the ghetto“ und „Stand by your man“. 18 Alben hat die Sängerin in den 80ern und 90ern aufgenommen und war nie mehr auf das Erfolgslevel jener Zeit gekommen. Von einem traurigen Nischendasein kann man hier schon sprechen, weil alles was nach 1976 von ihr veröffentlicht wurde, war bestimmt keine schlechte Musik. Die Zeichen der Zeit standen auf New Swing, New Wave, HipHop und vielem mehr.

Ihre Art von Musik war vergessen, bis Honest Jons ihr großen Hits (zwischen 1968-1976) wieder veröffentlichte und daran erinnerte, welche große Künstlerin hier ins Abseits geraten war. Ob man sagen kann, dass sie auf dem wiederbelebten öffentlichen Interesse an authentischer Soul & Funkmusik der 60er wieder an die Oberfläche kam, weiss ich nicht. Aber Songs wie „Evidence“ (1970) oder „I’m just a prisoner“ (1970) gehören zum Besten was klassischer, passionierter Soul zu bieten hat und es ist mehr als erfreulich, dass man diese Stück wieder auf Platte erwerben kann.

Dem erneuten Interesse an ihrer reanimierten Musik (von damals, wohl gemerkt) – folgen nun, nach fast 30 Jahren, weitere Taten, die sich hören lassen dürfen. „Who’s hurting now“ greift auf die musikalische Epoche vor drei Jahrzehnten zurück und kann gut dran anknüpfen. Candi’s Stärken liegen bei den Balladen und genau dessen ist sie sich auch auf ihrem neuen Werk bewusst. Genau dort vertieft sie ihre Liebe zu Blues, Country und dem Soul, der sie einst groß gemacht hatte.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Breaking Down Slow
  • 02. Who's Hurting Now
  • 03. I Feel The Same
  • 04. Mercy Now
  • 05. I Don't Know
  • 06. Lonely Don't
  • 07. Get Your Hands Dirty
  • 08. Dust On My Pillow
  • 09. Cry Baby Cry
  • 10. I Don't Want For Anything
  • 11. The Light In Your Eyes

Releases:

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Interpret:
Candi Staton
Label:
Honest Jons Records
Stil:
Soul Rhythm'n'Blues Country

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