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Carlos Franzetti – Grafitti

Carlos Franzetti - Grafitti

Ein gewisser Geruch von Renaissance liegt in der Luft. Die guten Menschen von Sonorama Records haben es sich zur Aufgabe gemacht legendäres Musikmaterial auszugraben um der Welt Möglichkeit zu geben, diese wieder entdecken zu können. Den Anfang macht Carlos Franzetti. Seines Zeichen Studiotechniker, Produzent (z.B. Salsoul’s Candido), Musiker, Komponist (von klassischer und Filmmusik), Allroundtalent und vor allem Grammy-Anwärter – gilt der Exil-Argentinier und Wahl – New Yorker als Virtuose des Jazz mit all seinen Varianten und Einschlägen. Tango, Funk, Latin (Salsa) und Disco sind nicht nur die Einflüsse auf den Jazz Franzettis, sondern auch die bunten Eckpfeiler des 1977 veröffentlichen, bis heute sehr raren ,,Graffiti” Album. Ein Album das bisher unter die Kategorie ,,Von Liebhabern verehrt, von Sammlern gesucht” fiel, ist ein wahrer Genuss der Vielfalt. Der passionierte Pianist hat hier ein sehr jazz-fundiertes Werk geschaffen, das schon bei den ersten Durchgängen faszinierend auf den Hörer wirkt. Die Spanne der Variationen mag viele verwirren, bzw. damals verwirrt haben. Zu viele Genres wollte der Maestro damit abdecken. Heute wirkt es genau deshalb so erfrischend. Gibt es etwas Wundervolleres, als das Entdecken von solcher, wahrlich unberührter, unpopulärer Musik? Vorallem von einem Künstler, der schon mit Art Barkley, Ray Baretto oder Joe Farell gespielt hat? Also Bonus gibt’s dann noch die nie zuvor veröffentlichten, wenig später eingespielten Latinjazz-Stücke ,,Rhumba Dreams” und ,,Guajira Without Words”. Oder wie Franzetti selbst sehr stolz über seine wiederentdeckten ,,Freund Grafiti” sagt: ,,Musik für einen lauen Sommerabend”. Bleibt nicht hinzu zufügen.

Peter Hagen (Jazzriots)

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