Ob das Time-Magazin sie als die beste Sängerin der USA zu recht bezeichnet odr nicht – Cassandra Wilson gehört auf jeden Fall zu den erfolgreichsten Künstlerinnen die zwischen Jazz und Blues agieren. Eine weltweite Fanschar, ausverkaufte Club & Hallentourneen, sowie Unmengen von verkauften Tonträgereinheiten machen sie zu einem der Aushängeschilder des Jazz. Ihre Stimme ist unvergleichlich und man braucht bei Gott keine Jubeltexte wie „Wenn Mutter Erde singen könnte, dann klänge ihre Stimme vermutlich nicht viel anders“. Hier geht es wirklich um jemanden, der keine Beweihräucherungen mehr braucht.
Auf ihrem neuen Album „Closer to you“ scheint ihr diese bisher sehr erfolgreiche Formel langweilig geworden zu sein. So interpretiert sie hier Pop und Folk-Songs auf ihre eigene spezielle Art und Weise. Ihre Stimme hat einen der höchsten Wiedererkennungswerte in der ganzen Musikwelt und das macht wohl auch die Eigenart der Coverversionen aus. So darf man verwundert lauschen wie sie Sting’s Evergreen „Fragile“ oder „Love is blindness“ von U2 neues Leben einhaucht. Die bestimmte Grazie ihrer Kunst erreicht sie jedoch bei Dylan’s „Lay Lady Lay“. Zu einem Must-Have ihres Schaffens macht jedoch selbst dieses Schmuckstück das Album nicht. Da gab es massivere Angebote ihrerseits.
Peter Hagen