Cesar’s Salad – das ist Latin-Groove made in Germany. Das erste gemeinsame Album der vier Musiker ist in München entstanden und besitzt internationale Klasse. Sieht man „The Latin Beat“ als eine Art Vorstellung des Genre und seiner Variationen gehört es in die Pole Position. Sieht man es „Insider“ bzw. Kenner der Materie ist man mehr als positiv überrascht, weil dieser Sound bisher in Deutschland eher eine Randerscheinung war bzw. von wenigen Jazzcombos überhaupt gespielt wurde. Sicherlich ist das darauf zurück zuführen dass für einen größeren gesellschaftlichen und musikalischen Einfluß hierzulande die Migranten aus dementsprechenden Ländern einfach zu wenig sind – im Gegensatz zur USA, wo „Salsa“ richtig groß wurde.
Auf den wunderbar vorgetragenen neuen Stücken spielen Jerger Kluge, Jo Junghanss und Hajo von Hadeln mit dem international anerkannten Percussionist Cesar Granados aus Panama die Geschichte dieser Musik in einem Aufguss. Granados’ Referenzen wünscht sich wohl jeder Musiker. Er spielte mit den Buena Vista Social Club, mit Bob Mintzer von den Jazzern Yellow Jacket, Perkussionist Freddie Santiago, Fusionsmeister Lou Donaldson oder Salsa-Gott Santitos Colon.
Durch gemeinsame Auftritte mit dem bereits bekannten The Hi-Fly Orchestra hatte man sich entschlossen gemeinsam weiter an musikalischen Projekten zu arbeiten.
So kam also zusammen was hörbar harmoniert. Gleich zu Beginn auf „Jamilah“ zollt man Meistern vergangener Tage (Pucho & The Latin Soul Brothers) Tribut für ihre ausgewöhnlichen Pionierarbeiten in Nuyorkia der 70er Jahren als sie tradtionelle Klänge mit hippen Soul & Funk verbanden. „Afrolypso“, ursprünglich von Mongo Santamaria, sowie „Liberated Brother“ von Horace Silver zeigen die Epochen und ihre Schnittmengen sehr schön.
Zwischen den Klangevolutionen von Mambo, Son, Cha Cha u.v.m erscheitn das Samba-Stück „Batucada Surgiu“ vom brasilianischen Sänger und Komponisten Marcos Valle anfangs etwas fremd – reihen sich aber problemlos in ein hochinteressantes Projekt mit vielen musikalischen Referenzen in die letzen 50 Jahre (Dizzy Gillespie!) ein. Manche werden bei einer weiteren Coverversion von Bobby Hebb’ „Sunny“ gähnen – sollten sich hier aber die wunderbaren, teils etwas verzögerten und verlangsamten Arrangements anhören.
Erstaunlich an „The Latin Beat“ ist nicht nur, dass die vier es hier geschafft haben auf neuen Songs soviel Musik zu präsentieren, sondern dass man in direkter Linie zu Puente, Palmerie oder Barretto blieb. Hier ist etwas Besonderes entstanden, dass mit Groove in keiner Sekunde spart. Das ist von A – Z authentisch und die fliegendene Hände über den Kongas gehören zum Besten was man international hören kann.
Peter Hagen