Common: The Dreamer / The Believer
Review:
Common ist inzwischen Hollywood und wenn man einige seiner schauspielerischen Leistungen gesehen hat, kann man vermuten, dass wirklich kreative Köpfe wie er und Mos Def einfach nur einen Kanal für ihren Output brauchen und dann machen sie ihre Sache wirklich gut. Bei beiden Künstlern würde ich sofort die Musik wählen, wenn ich sollte.
Common – der Ausnahme-HipHop-Künstler aus Windy-City hat etwas über all die Jahre erschaffen was wenige Kollegen von ihm erreicht haben. Jedes Album ist und bleibt ein kleines Spektakel. Common ist es, der diese fast verloren geglaubte Gefühl zurückbringt, welche man hatte, als man früher wochenlang auf ein Release seines Lieblingskünstler (nehmen wir mal als Beispiel Wu-Tang) fieberhaft wartete und man trotz dem Wissen über einen genauen Veröffentlichungstag wochenlang seinen Plattendealer nervt und danach fragte. An dem besagten Tag wurde man dann (meistens) auch nicht enttäuscht.
Aber nun Schluss mit nostalgischem Schwelgen. Das brauchen wir nämlich überhaupt nicht. Auf Common ist auch 2012 Verlass und vielleicht hat er ja auf der einen Seite genug von Kanye West’s Übermut und auf der anderen Seite von dessen Genius. Immerhin hat er eine ganze Menge an großartigen Songs mit dem Thronbesetzer und Jigga-Freund erschaffen. Die alten BoomBap-Blaupausen der besonderen Marke kamen jedoch von einem Ziehvater Kanye’s.Common’s alter Mentor und Beatmeister NO I.D ist also zurück!
Das jener Sample-Fetischist der in seinen Anfangsjahren Soul, Jazz und Funk durchtränkte Klangteppichs legte über die Common’s Conscious-Raps glitten wie Aladin’s Hand über die Wunderschlampe. Schon nach den ersten Tönen werden die BoomBap-Puristen die Kritik an dem teilweise faden Planet Rock-Tribute „Universal Mind Control“ vergessen haben und dürfen ihren Lieblings-MC in Bestform über 12 Tracks feiern. Die Hardcore-Fans werden wohl beim hören der Songs „Raw“ und „Ghetto Dreams“ (mit Nas!) kurz vor der Ejakulation sein, deshalb würde man aber gerade hier, ähnlich wie bei den meisten The Roots-Alben, dem Rest nicht gerecht werden wenn man bestimmt Songs so sehr hochloben würde – weil hier zieht sich eine massive Qualität durch jeden Songs, durch das ganze Album. Falls die Gerüchte stimmen und Common wirklich mit Nas an einem gemeinsamen Album arbeitet – dann wird die HipHop-Welt sowieso Kopf stehen und endlich den Treppenwitz von Detox und einer Nas&Premo-Kollaboration nicht mehr hinterher trauern.
Lyrisch und technisch war Common schon immer in den obersten Rängen des globalen Kulturvereins für Rap anzusiedeln. Das beweist er auch auf „The Dreamer, The Believer“ jedoch hat er an Härte verloren. Aber ein guter Rap kann nun mal auch über Beziehungen, Liebe, Gesellschaft und die Erziehung der eigenen Kinder flowen wie der Teufel – Common zieht das in Perfektion durch und deshalb ist er auch so authentisch. Natürlich wird auch deshalb mal hier Pop („Blue Sky“)und hier R'n'B („The believer“)vom Produzenten eingeflochten – so dass man hier ein kohärentes Werk zwischen Inhalt und Sound erbaut hat. Von welche Seite aus man es auch sehen mag – es ist so gut dass Common und No.I.D zurück sind.
Text: Peter Parker
Common feat. Nas - Ghetto Dreams (HD) von hiphop4life92i







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