Reggae ist nicht mehr nur noch das Überbleibsel des Erbes von Bob Marley und den 70ern, als es als wirklich cool galt, der Musik und der Message der Musiker aus Jamaika zuzuhören. Reggae hat sich zu einer festen Substanz im Popbusiness weltweit entwickelt. In Deutschland ist dieses Genre beliebter als je zuvor. Seeed, Gentleman, Nosliw und Kollegen sei Dank. Reggae hat sich genauso wie HipHop in viele Untersparten entwickelt und ist seine Fusionen eingegangen. Dancehall, Dubstep, Ska – sie alle haben heute einen festen Anteil in der Popwelt. Analog zum HipHop gibt auch hier Platten, die in sich Widersprüche besitzen. Platten die vielleicht zu weit von ihren Wurzeln weg sind. Da Ville ist so ein Grenzfall. Er besitzt eine Goldkehlchen stimme, die sofort mit etablierten R’n'B-MainstreamPop-Stars wie Brian McKnight oder eben auch den Backstreet Boys in Nichts etwas nachstehen. Man neigt bei den Schmalzspuren ziehenden Liebes(kummer)zelebrierungen dieses jungen Jamaikaners dazu zu glauben, dass Reggae nun den Schritt gemacht hat, den Rapmusik schon lange bereut hat. Geben die bisherigen Chartserfolge der Singleauskopplungen dem stylischen Frauenschwarm Recht? Vielleicht. Weil singen kann er ja. Superstar Sean Paul und Legende Marcia Griffiths sind als Gäste vertreten. Der Rest entscheidet der Geschmack – äh Käufer. Und das werden viele sein.
Peter Hagen (Jazzriots)