Dalindeo sind nicht ohne Grund ziemlich schnell beim international renomierten jungen, skandinavischen Jazzlabel Ricky Tick im Jahre 2004 gesignt worden. Man hatte sofort gemerkt dass hier Jazz nicht in alt gebackenen Traditionen versauert sondern ständig in Bewegung sein will. So wurde die Kapelle um Mastermind Valtteri Pöyhönen (Wurlitzer und Gitarre) in kürzester Zeit zu einem Lieblingsakt der internationalen Jazz-Djs und sorgte für viel Aufsehen auf Festival und natürlich bei Jazzliebhabern weltweit.
Auf ihrem neuen Werk haben die sechs Jazzfanatiker sich dem Kino gewidmet. Was passiert wenn passionierte und freigeistige Jazzmusiker Monate lang auf ihrem iPod die Musik aus den 1960ern und 1970ern von Henry Manchini oder Ennio Morricone haben und nach Feierabend ständig James Bond-Filme schauen? Sie tun ein von ihnen neu definiertes, musikalisches Feld auf, das sie „Cinematic Jazz“ nennen. Dabei darf auch gerne getanzt werden. Geschniegelter Dancefloor-Jazz der besonderen Note schaffen sie mit Tracks wie „New Creation“ – wofür sie die Berliner Ausnahmesängerin Bajka verpflichten konnten, die bereits große Hymnen wie Beanfields „Tides“ (erinnert ihr euch an den Carl Craig Remix) versüßte. Das finnische Sextett weiss wie man Crossover spielt. Imponierend sind Stücke wie „Take over“ oder „Willpower“ bei denen man förmlich fühlen kann, welche Fusionskraft in dieser Band steckt. Dalindeo müssen sich schon lange nicht mehr vor den weltweit prämierten Labelmates Five Corner Quintett verstecken. Sie bekämpfen hier ziemlich stilvoll und dynamisch das Vorurteil dass Jazz Musik nur für alte Leute ist.
Peter Hagen