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Dam-Funk: Toeachizown

Review:

Puristisch gesehen, darf man ja bei vielen Nerds nicht von Funk sprechen, wenn er aus den 80ern kommt. Weil der eine authentische Funk hatte ja nur Bestand bis 1974 – bis die Disco-Musik alles verwässerte. Ohne diese Break hätte wir jedoch nie großartige Werke von Fatback Band, Whispers oder Shalamar gehabt. Vielleicht würde Michael Jackson heute noch das Boygroup-Ding mit seinen Brüdern durchziehen und hätte sich nie an Thriller getraut?! Wie auch immer. Die musikalische Evolution hatte eine neue Epoche gebracht – auch wenn sie viele Rare Groove-Spießer verteufeln. Prince war und ist wohl einer der populärsten Vertretern, die diesen Wandel geschmackvoll und massentauglich verarbeitet haben.

Electro-Funk, um den es hier primär geht, oder die Kombination mit R’n’B, respektiv eingängigen und poppigen Soul, schob man gerne in die Schublade „Boogie“ zusammen. Beide „Subgenres“ flirteten hier und da miteinander und in den 80ern machte man auch nicht unbedingt einen so großen Unterschied wie heute im Nachhinein. Die Produktionen der härteren Gangart die HipHop und den Kraftwerkschen’ Electro aufsogen stellten in den 80ern wahre Meisterwerke, auf die sich die komplette Dancemusic regelmäßig immer wieder bezieht und davon beeinflussen lässt. Die Synthies hatten eine ganz neue Methode ermöglicht Groove zu basteln. Arabien Prince, Egyptain Lover und Cybotron haben die Musikwelt verändert und die Grundlage für die Bewegungen auf PVC-Böden weltweit geliefert. Da passt es doch zum allgegenwärtigen Retro-Wahn ganz gut, wenn ein verrückter Kalifornier den Funk von damals geschmäcklerisch noch einmal zurückbringt. Und wie er das macht!

Von verschiedenen Mixtapes und Live-Sets weiss man das Stones Throw Records-Chef Peanut Butter Wolf genau diesen Sound seinen liebsten nennt. Ihm ist wahrscheinlich die Nostaligie-Büchse aufgegangen und konnte garnicht anderst als diesen Mann und seine musikalische Erinnerungskultur signen.

It is the 80s, Baby. Neu ist hier absolut nichts. Die Innovation dieser Musik ist schon über 20 Jahre alt. Diese Mucke hat die soviel Reverenzen intus hat, dass man als Rezipient wohl drei Seiten schreiben könnte um nur annähernd die Auswirkungen dieser Musik aufzulisten und wohl auch anzupreisen. Wegen Zeit und Platzmangel sollte man sich einfach die 2-CD „Toeachizown“ von Dam-Funk einfahren. Schließlich ist es doch so: Action speaks louder than words.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Let’s Take Off (Far Away)
  • 02. Come On Outside
  • 03. Mirrors
  • 04. One Less Day
  • 05. Brookside Park
  • 06. The Sky Is Ours
  • 07. (My Funk Goes) On & On
  • 08. Searchin’ 4 Funk’s Future
  • 09. Love Is Here 2nite (I Can Feel It)
  • 10. I Wanna Thank You For (Steppin Into My Life)
  • 11. Fantasy
  • 12. Keep Lookin 2 The Sky
  • 13. Toeachizown (D-F’s Theme)
  • 14. 10 West
  • 15. Flying V Ride
  • 16. Burn Straight Thru U
  • 17. Candy Dancin’
  • 18. Rollin’
  • 19. Hood Pass Intact
  • 20. Killdat aka Killdatmuthafu*ka
  • 21. I Gots 2 Be Done Wit’ U
  • 22. LAtrifying
  • 23. Spacecapades
  • 24. In Flight

Releases:

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Interpret:
Dam-Funk
Label:
Stones Throw
Stil:
Funk Elektro R'n'B Pop

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