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Dave Stewart: The Blackbird’s Diaries

Dave Stewart: The Blackbird’s Diaries

Sein Name ist unweigerlich verbunden mit einer der Erfolgsgeschichten der 80er Jahre: DAVE STEWART gründete 1981 zusammen mit Annie Lennox die Eurythmics und wurde zum international gefeierten Musiker und Produzenten. Später trat er eher als Komponist von Filmmusik und Musicals in Erscheinung. Seine letzten offiziellen Solo-Alben „Greetings from the Gutter“ (1994) und „Sly Fi“ (1998) brachten wenig Ruhm, aber wachsende Anerkennung.

DAVE STEWART hat mit allen Größen aus dem Musikgeschäft zusammen gearbeitet und kann es sich leisten, einfach das zu tun, wozu er Lust hat. Er geht zu einem kalifornischen Indie-Label, holt sich talentierte Sängerinnen und nimmt in fünf Tagen und Nächten zwölf Songs auf, im Blackbird Studio, Nashville, TN. Das Ergebnis ist ein musikalisches Tagebuch.

Als ich las, dass DAVE STEWART erste Single aus seinem neuen Album „Can’t Get You Out Of My Head“ heißt, dachte ich an eine Cover-Version von Kylie Minogues Disco-Klassiker. Doch dem ist mitnichten so, es erinnert eher an Bruce Springsteen. Wer diesen Appetithappen für schmackhaft befunden hat wird am Hauptgericht, dem Album „The Blackbird’s Diaries“, seine pure Freude haben. Ein Brite entdeckt die Wurzeln Amerikas …

Es beginnt mit einem Beat samt beherztem Gitarrenriff, doch schon jault die Pedal-Steel und wimmert die Mundharmonika – angekommen im Country-Land. Gut nur, dass STEWART nicht schwarz klingt, gar nicht erst versucht im Tennessee-Slang zu singen. Mit straighten Rock-Songs wie „Beat Called Fame“, wunderbaren Balladen wie „All Messed Up“ oder einer Art Reggea-Western à la „The Well“ beweist er umgehend, dass er einfach alles drauf hat.

Man spürt deutlich, dass DAVE STEWART sehr viel Wert auf das Songwriting gelegt hat, indem er Storytelling at its best abliefert. Und das wurde auch in den Gesangsaufnahmen vorbildlich umgesetzt, denn seine Stimme hat Raum und man hört wirklich jeden Atemzug.

Großartig sind die elegische und dylanesque Nummer „One Way Ticket To The Moon“ sowie die Kollaborationen mit Stevie Nicks und Colbie Caillat. Großartig in seiner musikalischen Entfaltung und textlichen Tiefe ist das gesamte Album. Hört selbst, was die Amsel erzählt.

Regina Sommerfeld

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