Rap hatte schon immer seine Facetten der Faszination für seine Anhänger. Die Begeisterung kann mit verschiedenen Schwerpunkten geweckt werden. Die Coolen Säue, die HipHop-Crew aus Köln, hatte schon immer einen ganz eigenen Ansatz. Vielleicht hatten sie nie die härtesten Punchlines und vielleicht hatten sie auch nie den genialsten Flow – aber eines hatten sie immer: Sie haben etwas zu erzählen und sie schaffen es immer noch auf Albumlänge dass man ihnen zuhört. Die Kombination zwischen den Beats von Lifeforce und den Raps von Schivv, Peer, Ro & Halbmitglied Albo hat sich seinen Platz in der Raphistorie in Deutschland erarbeitet und ihren Drive auch 12 Jahren nach dem letzten Album nicht verloren . Don’t call it a comeback? Die Frage ist doch, bekommen die Jungs aus der Domstadt den Bogen nach so langer Abstinenz. Gibt es wirklich noch was zu sagen? Natürlich! Rap mag ja nach der Meinung der breiten Masse immer noch nur die Musik der pubertierenden, rebellierenden Jugendlichen sein. Die Kunstform Rap hat jedoch keine Altersbeschränkung und übrigens nie eine gehabt. Es mag jedoch sein, dass die die HipHop selbst machen, es eben auch fühlen müssen. Ohne dieses Gefühl wird es auch nie zu konstruktiven Produkten kommen. Das haben DCS wohl erkannt und scheinen jetzt wieder massiv daran zu glauben. Das Resultat heisst „Silber“ und erscheint Ende Januar!
„Silber“ ist ein starkes HipHop-Album geworden. Auch wenn viele Heads das nicht erwartet haben! Vielleicht hat man auch etwas an früher gedacht, als die breite Aufmerksamkeit ihrer Kollegen wie Freundeskreis, Fünf Sterne Deluxe oder Eins,Zwo – Deutschrap so hoch schossen und man DCS ähnlich wie die Kumpels von Die Firma sie nie so ganz oben in der Liste der Lieblingsacts listete. Letztlich waren sie immer ein Teil davon und wer es nicht mehr weiss oder damals zu jung war, hat mit „Silber“ nicht nur einen ehrlichen, reflektierten Rückblick auf die Zeit, sondern auch ein Album dessen Geschichten von der Liebe zu HipHop leben, jedoch einen spannenden Perspektivwechsel von erwachsenen Männern mit Fulltime-Job und Familie gibt. Rap ist schon immer Vielfalt gewesen und man muss bei Gott nicht alles Feiern – diese Facette sollte man sich jedoch mal anhören. Die Beats (und Cuts!!!) von Lifeforce, Peer und Adlib atmen natürlich viel Oldschool-Stimmung sind aber alles andere als verstaubt. BoomBap („Sex im Alter“) und Synthie-Bass-Spielereien („zuzu“)? Ja auch das geht im hohen HipHop-Alter ganz gut wenn East/West-Purismus von früher abgelegt hat. Die Features von Sido und Olli Banjo sind unauffällig angenehm. Dicke Genickbrecher mit Savas-Zitat („Was du siehst“) und eine Hommage an die Königin Musik („Soundtrack“) machen Rap 2012 für diesen Moment „Silber“!
Text: Peter Parker