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Dee Dee, Barry & The Movements: Soul Hour

Dee Dee, Barry & The Movements: Soul Hour

Die Schatzsucher haben wieder schwarzes Gold ausgegraben! Auf das Berliner Label Sonorama ist und bleibt Verlass. Sie finden und reanimieren bereits für tot erklärte Musikpatienten. Manche von ihnen hat man sogar schon gänzlich vergessen gehabt.
Die neuste Errungenschaft ist die Ausgrabung eines sehr gesuchten und raren Scheibchens aus dem Jahr 1968. Abgesehen von den Studentenunruhen um Rudi Dutschke, den Anti-Vietnam-Movement und sonstige reformistischen Tendenzen, die die Gesellschaft prägend veränderten, gab es auch definitiv Musik die ein kleines Nischendasein für sich fand. Jazz, Soul & Funk waren nur Randerscheinungen neben dem Masseninteresse neben den Beatles, den Stones und wie sie alle hießen. In jener Zeit gab es in Deutschland und der Schweiz einige Aufnahmen die schlicht überragend waren und, wenn überhaupt, nur in kleinsten Auflagen auf Vinyl gepresst und verkauft wurden. Dazu gehört „Soul hour“ von Dee Dee McNeil, Barry Window & The Movements.

Im April 1968 in den Max Lussi Studios in Basel in der beschaulichen Schweiz aufgenommen, endete für die aus Balitmore stammende Afroamerikanerin McNeil eine lange Reise. Bevor sie im amerikanisch besetzten Rheinland-Pfalz in GI-Clubs sang, war sie auf Reisen. Sie bereiste die Welt und blieb immer dort, wo man sie singen hören wollte. Hawaii, Australien, Bangkok, Hongkong gehörten zu ihren Stationen – bis sie den Schweizer Yavier Perrot heiratet. Es folgten Auftritte in Clubs wie dem legendären Mascotte-Club in Zürich. Bookings, vor allem von den US-Club in der Pfalz folgten. Dabei war man immer ganz verzückt, dass die Dame problemlos Soul, Blues, Jazz aber auch Beat, respektiv Rock, singen konnte. Die 8 Aufnahmen auf „Soul Hour“ dokumentieren das sehr gut. Classics wie „Midnight Hour“ von Wilson Pickett oder „Hold on, I’m coming“ von Sam & Dave werden genauso passioniert interpretiert wie Gershwins „Summertime“. Man bleibt wie so oft bei solchen Ausgrabungen voller Verwunderung warum solche großartigen Werke damals kaum Gehör fanden!?

„Soul Hour“ erscheint als Vinyl & CD am 21.10.2011 auf Sonorama Recods

Text: Peter „Parker“ Hagen

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