Dirk Josczok: Adolphe Sax
Review:
Was wären weltbekannte Hits wie "Baker Street" von Gerry Rafferty oder "Careless Whisper" von George Michael ohne ihre typischen Saxophon-Soli? Was wären Big Bands oder Jazz-Combos ohne den leidenschaftlichen Klang des Holzblasinstruments? Die Musik unserer Zeit erhält durch das geschwungene Gold eine gewisse Unverkennbarkeit und Stilprägung.
Die Lebensgeschichte des Erfinders und Namensgeber Adolphe Sax ist Inhalt eines informativen Hörbuches von Dirk Josczok.
Von der Geburt 1814 in Belgien bis zu seinem Tod 1894 in Paris wird ein aufregendes und anstrengendes Leben in 22 Kapiteln beschrieben, die zwischen 0:22 und 4:15 Minuten kurz sind. Adolphe war zunächst Musiker und lernte neben Gesang auch Flöte und Klarinette, bevor er zum Instrumentenbauer mit genauen Vorstellungen eines neues Klangs wurde. Er zog von Brüssel nach Paris, wo er seinen Meister und Seelenverwandten in Hector Berlioz fand, dem damals schon berühmten und richtungsweisenden Komponisten und Musikkritiker. Die neuartige Bass-Klarinette mit den warmen Tönen, die der junge Sax 1840 erfunden und gebaut hatte, nannte er selbst Saxophon und erschuf gleich eine ganze Instrumentenfamilie für jede Tonlage. Mit dem Erfolg kamen die Neider und jeder Schritt von Sax, der aus Niederlagen auch immer wieder Kraft schöpfte, wurde von seinen Feinden begleitet. Nach kurzen Einsätzen in der Oper fand das Saxophon, das 1846 patentiert wurde, später eine wichtige Rolle in der Militärmusik. Ruhm, Reichtum und Glück währten nie lange, und obwohl Sax gegen viele Schicksalsschläge mit Erfindergeist ankämpfte, starb er am Ende verarmt und einsam. Mit ihm starb auch die Beachtung seines Instruments in Europa. Erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Zauber seines Klangs in Amerika wiederentdeckt, zunächst von Soldaten, dann aber schnell in den Jazz-Kellern und auf den Blues-Bühnen. Das Hörbuch bietet hier am Ende eine kleine schöne Reise durch die Stile, Spielarten und berühmten Virtuosen des Saxophons.
Die Aufnahmen sind historisch hoch interessant, dabei angenehm reduziert aufgenommen mit wenigen Sprechern und kaum Hintergrundgeräuschen, so dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.
Regina Sommerfeld
Releases:
- Günter Barton: Adolphe Sax, VÖ: 25. Februar 2008







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