DJ Devastate: Movement/Silence
Review:
HipHop und der MC sind zwei Dinge die man eigentlich nicht trennen muss, weil sie unweigerlich zusammen gehören. Jedoch hat HipHop ohne den MC, also rein instrumentale Klangwerke, nie so wirklich für Aufregung gesorgt. Deshalb wird dieser Ansatz nicht weniger geschätzt. Die ältere Generation liebt die 12inch-Kultur unter anderem auch deshalb so, weil man hier meist die instrumentale Version des erworbenen Songs noch mit geliefert bekam und konnte sich so ein intensiveres Bild darüber machen, wie der jeweilige Produzent einen Klangteppich für den MC oder siegenden Interpret gewoben hatte. Der Schwede DJ Devastate scheint sich dieser Materie auch angenommen zu haben, nachdem er bereits amtliche Beats für illustrierte Künstler wie Sticklin (EMC), Joe Scudda oder Edo G geliefert hatte.
Auch heute sollte die HipHop-Crowd noch dankbar für glänzende Entwürfe wie „Movement / Silence“ sein – auch wenn es hier keine Gesangs- oder Rapbeiträge gibt und der Sound eher zum loungen als zum feiern einladet. Der Skandinavier zollt hier Tribut an jene große HipHop-Magier der 90er Jahre, die sich durch die fabelhaft bunte Welt von Jazz, Funk, Soul und Sonstigem kämpften um dort die Soundschnipsel zu finden, mit der sie ihre MPC fütterten. Welche beschwingte Leichtigkeit das annehmen kann wird auf dem Track „A days work“ deutlich. Geballte HipHop-Referenzen und Cut-Skills dürfen hier nicht fehlen um einen Klangkosmos zu basteln der zum einsteigen einladet und über die ganzen 14 Tracks ein spannendes Gesamtbild entstehen lässt, dass an (post)-klassische Werke wie „Petestrumentals“ (Pete Rock) anknüpft.
Konzeptionell ist das alles wenig sensationell oder neu. Die tiefe Liebe zu den 90ern und ihren Helden wird mit jedem Takt zelebriert und wer Mitte der 90er in den Produktionen von Lord Finesse, Diamond D, Buckwild oder Lord Jamar seinen HipHop-Sphären fand, wird hier glückserfüllt durch den Winter stylen. Devastate geht jedoch noch etwas weiter und lotet die Welten des großen Modulationen des Rare Grooves aus wie man auf „Quiet Stream“ wundervoll hören kann. Man hat auch die gesamte Dauer der Platte immer das Gefühl, dass der junge Schwede hier die Soundentwürfe von Vadim und Krush aus dem Mo’Wax-Legendenstatus genauso wie die Jazzexkursionen der 60er genaustens studiert hat. Kopiert hat er sie allerdings alle nicht, sich jedoch fundiert überall seinen Teil herausgezogen. Die Komplexität weicht bei diesem Werk der soliden und simplen Kunst - wohl auch im vollen Bewusstsein, dass es Madlib, Def Jux, Mo Wax, Shadow etc. schon gibt.
So hat man ein harmonisches Gesamtwerk das man getrost unter „Herbstsoundtrack“ abspeichern kann. Das Detail ist diesem Beatschrauber wichtig. Hier steckt ganz viel Liebe zur Musik drin. Er reißt keine neuen Dimensionen für HipHop auf. Jedoch - so gekonnt, entspannt und überlegt hat schon eine ganze Weile keiner mehr Fusionen gebacken bekommen.
Peter Hagen
Tracks:
- 01. Start Movin'
- 02. The Motion ft. Silvia
- 03. Dont Stop ft. Segerfalk
- 04. A Days Work ft. Segerfalk & Fredrik Rixman
- 05. Movement/Silence ft. Segerfalk
- 06. Space & Time
- 07. Quiet Stream
- 08. Takin' It Slow
- 09. Uncut Dope
- 10. Spinnin' ft. Silvia, Svärd & DJ Create
- 11. Some Nights ft. Segerfalk
- 12. Spoken ft. Zoltan Csörsz JR
- 13. With The Groove ft. Segerfalk
- 14. The Sound ft. Segerfalk
Releases:
- DJ Devastate: Movement/Silence, VÖ: 6. November 2009







RSS Feed











...und was meinst Du?
Dein Kommentar:
Hallo,
Sag uns Deine Meinung!
Bist Du bei 1beat.de Registriert? Klick hier um Dich , oder erstelle einen neuen Account